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"PS." - POST SCRIPTUM

Yvonne, 24

Hier ein wunderschönes Gebet für alle, ob sie an Gott glauben oder nicht:

Der Herr sei vor dir,
um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir,
um dich in die Arme zu schließen
und dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir,
um dich zu bewahren
vor der Heimtücke böser Menschen.
Der Herr sei unter dir,
um dich aufzufangen, wenn du fällst,
und dich aus der Schlinge zu ziehen.
Der Herr sei in dir,
um dich zu trösten,
wenn du traurig bist.
Der Herr sei um dich herum,
um dich zu verteidigen,
wenn andere über dich herfallen.
Der Herr sei über dir,
um dich zu segnen.
So segne und behüte dich der gütige Gott.
Amen.

Dieses Gebet schrieb mir jemand und es tut mir immer wieder gut.


Stefan, 15

Ich glaube auch an Gott, obwohl es wirklich schwierig ist, daran zu glauben, weil es keine richtigen Beweise dafür gibt. Außerdem ist es schwierig, sich vorzustellen, dass es Gott gibt, wenn es auch Schlechtes auf der Welt gibt. Ich finde es auch nicht richtig, dass Kinder dazu gezwungen werden, in die Kirche zu gehen. Zudem finde ich, dass die Messe oft langweilig ist, weil überwiegend die Interessen älterer Menschen berücksichtigt werden. Daran könnte man meiner Meinung nach etwas ändern.


Jana, 15

Wir wissen nicht, ob wir an Gott glauben können!
Einerseits glauben wir, dass es eine höhere Macht geben muss, aber andererseits sind wir uns nicht sicher, wie wir sie uns vorstellen können. Vielleicht brauchen wir auch einfach nur noch ein bisschen Zeit. Schließlich sind wir erst 16 jahre alt und wenn wir ehrlich sind, haben wir noch keine eindeutige Meinung. Auch wir stellen uns oft die Fragen: Warum gibt es Krieg? Warum Hass, warum Gewalt...Wenn es Gott gibt, warum verhindert er das dann nicht? Aber dann denken wir wieder: Wer hat dann die Welt erschaffen, den Menschen?
Diese Fragen sind im Moment noch schwer für uns zu beantworten, obwohl wir auch schon im Unterricht darüber gesprochen haben. Wir glauben aber, dass sich unsere Einstellung erst noch weiterentwickeln muss...Wir brauchen wohl einfach noch Zeit um die für uns richtigen Antworten auf all diese Fragen zu finden...


Marie & Marlene, 16

Wir wissen nicht, ob wir an Gott glauben können!
Einerseits glauben wir, dass es eine höhere Macht geben muss, aber andererseits sind wir uns nicht sicher, wie wir sie uns vorstellen können. Vielleicht brauchen wir auch einfach nur noch ein bisschen Zeit. Schließlich sind wir erst 16 jahre alt und wenn wir ehrlich sind, haben wir noch keine eindeutige Meinung. Auch wir stellen uns oft die Fragen: Warum gibt es Krieg? Warum Hass, warum Gewalt...Wenn es Gott gibt, warum verhindert er das dann nicht? Aber dann denken wir wieder: Wer hat dann die Welt erschaffen, den Menschen?
Diese Fragen sind im Moment noch schwer für uns zu beantworten, obwohl wir auch schon im Unterricht darüber gesprochen haben. Wir glauben aber, dass sich unsere Einstellung erst noch weiterentwickeln muss...Wir brauchen wohl einfach noch Zeit um die für uns richtigen Antworten auf all diese Fragen zu finden...


Christian, 16

Ich persönlich glaube zwar an Gott, aber ich bin mir nicht wirklich sicher, ob es ihn gibt, da ich nie ein Zeichen oder etwas ähnliches von ihm gesehen habe.
Ich gehe nicht sehr oft in die Kirche, denke aber, dass sie wichtig ist, um den Menschen Gott ein Stück näher zu bringen, auch wenn ich glaube, dass sie das vielleicht nicht immer gut anstellt. Sie ist in einigen Vorstellungen zu altmodisch und da viele jüngere Menschen Gott mit der Kirche manchmal auf ein und dieselbe Stufe stellen, wird es für sie um so schwerer an Gott zu glauben.
Dennoch glaube ich an Gott und hoffe sehr, dass ich mir eines Tages sicher sein kann, dass es ihn wirklich gibt.


Melanie, 16

Ohne Gott zu leben ist für mich eigentlich nicht möglich. Für mich ist Gott eine Person der ich in allen Dingen vertrauen kann. Ich habe das Gefühl, dass Gott immer für mich da ist im Gegensatz zu manch anderen Personen. Ich weiß ganz genau, dass ich ihm alles anvertrauen kann weil er für sich alleine ist und es niemandem erzählen kann. Er ist neutral und ist immer da wenn man ihn braucht. Durch ihn kann ich mir sicher sein, dass ich nicht alleine bin er ist auf jeden Fall da wenn ich ihn brauche auch wenn er mir nicht immer helfen kann und ich eigentlich oft aus meinen Problemen allein heraus kommen muss fühl ich mich einfach geborgen.


Anonym, männlich, 18

Irgendwie fällt mir auf, dass zwar viele Leute hier fleißig die Kirche kritisieren, aber vergessen, dass es hier ja nicht um die Kirche sondern um Gott und Glauben geht. Nur weil man die Kirche nicht mag (als Institution) muss man sich nicht gleich von Gott abwenden.
Der Standardvorwurf der Atheisten, dass Gott dies und jenes zulässt, bleibt meiner Meinung auch sehr an der Oberfläche. Hier haben die meisten Theologen längst die Antwort gefunden, dass das Leid im freien Willen der Menschen liegt. Natürlich ist das auch keine endgültige Antwort, aber es entkräftet doch diesen Vorwurf erheblich.
Dass die Kirche sich schuldig gemacht hat steht ja sowieso außer Frage, aber die Kirche leugnet es ja (mittlerweile) auch garnicht mehr! Sie ist eine von Menschen geleitete Organisation und kann daher nur fehlerhaft sein.
Niemand sagt ja auch, dass Atheisten die "schlechteren" Menschen sind. Denn auch wenn man es selbst oft nicht wahrhaben will LEBT man ja nach den christlichen Grundsätzen der Nächstenliebe und der 10 Gebote. Denn auch Atheisten dürften einsehen, dass "Du sollst nicht töten" irgendwo schon Sinn macht. Ob es jetzt von Gott gesagt wurde oder einer Idee von Menschen entstammt. Das kann man eh nicht genau sagen.
Im Grunde muss das jeder selbst für sich wissen.


Anonym, männlich, 18

Moin moin,
zuerst einmal müssen wir sagen, dass wir nicht an den Gott der heutigen katholischen Kirche glauben. Für uns rational denkende Menschen ist es schwer an einen Gott zu glauben, dessen Existenz nicht zu beweisen ist und der einen starken "Wesenswandel" vom alten zum neuen Testament gemacht hat. Um einen Freund von mir zu zitieren: "Gott war doch der größte Massenmörder der Welt - mit Blick auf die Sintflut." Natürlich ist dieser Kommentar nicht allzu ernst zu nehmen, aber er verdeutlicht noch einmal den Sinneswandel vom jähzornigen zum liebenden Gott. Ebenso Kontrastreich und daher für uns nicht zu glauben (egal ob im übertragenen Sinn oder nicht) sind weitere Stellen der Bibel, zum Beispiel diverse Wunder oder die Auferstehung.
Oft wird von einschneidenden Erlebnissen im Leben gesprochen, die einen Menschen in seinem Glauben prägen, aber bei uns sind es einfach die Kontroversen der Bibel, die uns einen Glauben erschweren . Auch die Haltung der heutigen Kirche in aktuellen Fragen wie der Abtreibung oder dem Zöllibat sind nicht verständlich, realitätsfern und nicht der heutigen Gesellschaft angemessen!

Mfg


Frank, 33

Aus Zeitgründen kann ich die Diskussion leider nicht vertiefen, daher nun mein letztes längeres Statement zu den in großen Teilen logisch inkonsistenten Anmerkungen von Anonym (20) und vieler weiterer Christen:

"Dazu möchte ich sagen,daß die Christen der Ansicht sind,daß Gott wirklich alle Menschen liebt,unabhängig von ihrer Religion,allerdings sind sie auch der Ansicht,daß die Frohe Botschaft Jesu(d.h. Religion) sehr wichtig ist,denn ohne Jesus wüßten wir nicht,wie wir leben sollten.Wir könnten zwar auch ohne Jesus leben,aber wäre das dann wirklich das,was wir wollen?"

Erstmal hierzu ein klares Ja. Es ist zumindest das was ich will. Und genau hier beginnt auch schon das Problem:

Ein "Wir" gibt es für mich nicht bzgl. religiöser Glaubensdogmen. Das Christentum aber ist eine missionierende Religion. Es kann und will nicht zulassen, dass es Menschen gibt die sich ihm entziehen oder es völlig ignorieren. Dieser totalitäre Absolutsheitsanspruch führte ja schließlich auch zu 2000 Jahren voller Gewalttätigkeit, Hexenverbrennungen und Kreuzzügen in Verbindung mit der Verbreitung dieser Religion.

"Was Jesus sagt,dient der Erreichung dieses letzten Wunsches oder Ziels.Das ist auch ein empirischer(d.h. aus der Erfahrung kommender) Beweis für die Richtigkeit des christlichen Glaubens."

Es gibt weder einen Beweis für die Richtigkeit des christlichen Glaubens, noch einen für die Richtigkeit einer anderen Religion. Aber "das was Jesus sagt" zu einem Beweis für die Richtigkeit des Christentums zu erklären ist schon wirklich sehr naiv. Wissen Sie eigentlich wie viele unterschiedliche Bibelübersetzungen es gibt? Wissen Sie, dass die Bibeltexte über die Jahrhunderte immer wieder verändert und dem jeweiligen Zeitgeist angepaßt wurden?

Es gibt noch nicht mal einen Beweis dafür, dass ein Jesus je gelebt hat. Es gilt allenfalls als wahrscheinlich, dass es vor ca. 2000 Jahren einen jüdischen Wanderprediger namens Jehoschua gab.

"Was die Hölle anbetrifft,dürfen Sie die nicht so platt sehen,als ob Gott aus Herrschsucht oder aus sturem Beharren auf seinen Geboten mit der Hölle drohen würde,sondern wenn der Mensch Sachen macht, die eigentlich nicht sein sollten(d.h. sündigt),dann ist auch er selber an seinem Unglück schuld.Und im Himmelreich darf es keine Sünde geben,deshalb gibt es das Fegefeuer,damit man auch noch nach dem Tod die Sünde abschütteln kann und fähig zur Liebe werden kann."

Sie begeben sich (wie die meisten Christen) in einen Zirkelschluß. Sie glauben doch an einen allmächtigen Schöpfer, der die Objekte seiner Schöpfung liebt und dessen "Wille" es ist , dass diese sich auch gegenseitig lieben, richtig?

Wenn dieser Schöpfer also allmächtig ist, warum kreiert er die Objekte seiner "Schöpfung" nicht nach diesem Willen? Es dürfte für ihn kein Problem sein. Dennoch sterben aber Kinder, es verhungern Menschen, es werden Kriege geführt (auch im Namen dieses angeblichen Schöpfers) und dieser angebliche Schöpfer sieht dabei tatenlos zu. Aber all das ist noch nicht genug: Selbst nach dem Tod wird der Mensch , der ein ihm nicht gefälliges Leben führte angeblich wortwörtlich zur "Hölle" gejagt, wo er dann angeblich dazu verdammt ist bis in alle Ewigkeit gequält zu werden.

Kurz gesagt: Einen liebenden allmächtigen Gott, der bewußt zuläßt das seine "Geliebten" sich gegen ihn stellen um sie hinterher dann dafür zu quälen kann es nicht geben. Er wäre nicht nur ein Diktator, sondern auch noch ein Sadist.

Mit freundlichen Grüßen
Frank (33).

 

Einige Anmerkungen zum Beitrag von Frank:

1. Das Christentum ist eine missionierende Religion. Das stimmt. Aber missionarisch ausgerichtet sein heißt nicht, die eigene Überzeugung mit Gewalt weiterzutragen. In der Geschichte sind Christen in diesem Punkt schuldig geworden. Der Papst hat für die Kirche ein Schuldbekenntnis abgelegt.
Zum Glauben und zur Annahme des Glaubens gehört das bewusste und freie Ja des Einzelnen. Dies ist heute ungefragte Voraussetzung für jede missionarische Tätigkeit.

2. Zur Richtigkeit von Religionen: Die Glaubensüberzeugungen der Religionen lassen sich nicht im mathematischen Sinne beweisen. Aber sind sie deswegen falsch?
Richtig ist, dass es immer wieder neue Bibelübersetzungen gab und gibt. Falsch ist, dass die Bibel verändert und immer dem jeweiligen Zeitgeist angepasst wurde. Der hebräische bzw. griechische Text der Bibel ist unverändert und maßgeblich.
Aus der "Klamottenkiste" stammt der Satz, wir wissen nicht einmal, ob Jesus überhaupt gelebt hat. Dies wird selbst von nicht-christlichen Historikern nicht angezweifelt.

3. Die Frage nach der Rechtfertigung Gottes angesichts des Leidens in der Welt bleibt offen. Viele Antworten sind versucht worden. "Mit Gott" und "ohne Gott" bleiben Fragen offen.
Nach jüdisch-christlicher Überzeugung hat Gott dem Menschen Sinne und Vertand gegeben, damit er verantwortlich handelt. In der Freiheit des Menschen liegt seine Würde und Tragik.

Zur Hölle: Nach christlichem Glauben gehört es zur Freiheit des Menschen Nein zu Gott zu sagen. Der Ort der selbst gewählten Gottesferne und der völligen Ablehnung von Liebe wird als Hölle bezeichnet. Die Kirche sagt, dass es einen solchen Ort der Hölle gibt, nicht aber, dass irgendjemand auf ewig in der Hölle sei. Einen Gott, der sich über Menschen in der Hölle freut und sie sadistisch quält, lehne ich ab. Aber das ist keinesfalls das Gottesbild der Bibel und der Kirche. Gott jagt keinen Menschen in die Hölle!

Werner Höbsch

Frank, 33

"Der hebräische bzw. griechische Text der Bibel ist unverändert und maßgeblich."

Die Bibeltetxe sind "kanonisiert" soviel ich weiß. Das heißt es wird zwischen "falschen" und "richtigen" Evangelien willkürlich unterschieden. Leider ist das der einzige Link, den ich auf die Schnelle zu dem Thema finden konnte:
http://www.j-lorber.de/jl/bibel/einleitg/nt-kanon.htm

"Aus der "Klamottenkiste" stammt der Satz, wir wissen nicht einmal, ob Jesus überhaupt gelebt hat. Dies wird selbst von nicht-christlichen Historikern nicht angezweifelt. "

Warum sollte auch jemand an der Existenz eines Wanderpredigers zweifeln? Selbst ich halte seine Existenz für wahrscheinlich, wie ich auch schrieb.
Aber als Beweis für die Existenz des biblischen Jesus (so hieß er meines Wissens übrigens definitiv nicht) reicht das noch nicht aus. Und mich würde auch sehr interessieren welche nichtchristlichen Historiker den biblischen Jesus (inklusive angeblicher Wunderheilungen) für erwiesen halten.

 

Es ist richtig, dass die Bibel "kanonisiert" ist, d.h. die Kirche hat entschieden, welche Schriften sie als "Heilige Schriften" verbindlich anerkennt. Falsch ist, das diese Auswahl willkürlich erfolgt ist. Bei der Entscheidung waren als Kriterien u.a. maßgeblich: gesicherte Überlieferung, Akzeptanz in der jungen, sich entwickelnden Kirche, "inhaltliche Gewichtung" durch theologische Qualität. Nicht aufgenommen wurden Evangelien, die keine allgemeine Akzeptanz fanden oder sehr stark als Ausdruck des Glaubens im Erbaulichen blieben wie etwa die vielen kursierenden Erzählungen aus der Kindheit Jesu.
Die Kirche ist überzeugt, dass die Heilige Schrift unter der Anleitung des Heiligen Geistes zusammengestellt wurde und geoffenbahr ist. Für die katholische Kirche ist der Kanon der biblischen Schriften abgeschlossen. Kein anderes, nachfolgendes Werk kann den Anspruch einer Offenbarung im biblischen Sinne beanspruchen

Werner Höbsch


Der Mensch, 23

Sind "Wir" nicht in einer Zeit angelangt, in der es sinnvoller ist, an "Uns" zu glauben? Mit "Uns" meine ich die Menschheit! Wie viele Menschen gibt es? Wie viele Religionen gibt es? Wie viele Götter gibt es? Auf wie vielen Erden leben "Wir"? Wenn die Einen an den einen Gott glauben, und die anderen an den anderen Allah und wieder andere glauben an Buddha, wird auf "Unserem" Planeten niemals Ruhe herrschen! Wir hatten und haben doch nichts ausser "Uns"! (und werden es auch nicht haben, wenn wir nicht in den Kontakt mit ALF treten) Nutzen "Wir" die Möglichkeiten, ohne die Illusionen von Göttern.


Anonym, männlich, 20

@Frank,33

Hallo!
Sie schreiben in Ihrem Beitrag folgenden Satz: "Gäbe es einen liebenden Gott, würde er seine Liebe nicht alleine vom Glauben abhängig machen. Liebte er zwar die Christen, aber keinesfalls die Ungläubigen wäre es kein wirklich liebender Gott. Liebte dieser Gott aber auch die Ungläubigen, wofür dann die Religion? Sie wäre so überflüssig wie ein Kropf."
Dazu möchte ich sagen,daß die Christen der Ansicht sind,daß Gott wirklich alle Menschen liebt,unabhängig von ihrer Religion,allerdings sind sie auch der Ansicht,daß die Frohe Botschaft Jesu(d.h. Religion) sehr wichtig ist,denn ohne Jesus wüßten wir nicht,wie wir leben sollten.Wir könnten zwar auch ohne Jesus leben,aber wäre das dann wirklich das,was wir wollen?Es gibt verschiedene Arten von Wünschen,eher oberflächliche und eher grundlegende Wünsche. Als grundlegendsten aller Wünsche könnte man den Wunsch, zu lieben und geliebt zu werden,ansehen.Diese Ansicht kann auch unabhängig vom christlichen Glauben existieren.
Was Jesus sagt,dient der Erreichung dieses letzten Wunsches oder Ziels.Das ist auch ein empirischer(d.h. aus der Erfahrung kommender) Beweis für die Richtigkeit des christlichen Glaubens. Was die Hölle anbetrifft,dürfen Sie die nicht so platt sehen,als ob Gott aus Herrschsucht oder aus sturem Beharren auf seinen Geboten mit der Hölle drohen würde,sondern wenn der Mensch Sachen macht, die eigentlich nicht sein sollten(d.h. sündigt),dann ist auch er selber an seinem Unglück schuld.Und im Himmelreich darf es keine Sünde geben,deshalb gibt es das Fegefeuer,damit man auch noch nach dem Tod die Sünde abschütteln kann und fähig zur Liebe werden kann.Ob irgendjemand in der Hölle ist oder nicht,können wir nicht
wissen,das entscheidet auch die Kirche nicht,sondern Gott allein.


Peter, 35

Ich finde, die Fragestellung "Ohne Gott leben. Wie geht das?" halte ich im Prinzip schon für verkehrt. Zeigt es mir doch, daß unter den Betreibern/Gläubigen das Verständnis fehlt, die Welt aus atheistischer Sicht zu sehen (zumindestens teilweise). Kann man nicht oder will man nicht?

Meine Antwort auf die Frage: "Wie geht das?" ist ganz einfach: "Es geht sehr gut!"

Umgekehrt möchte ich daher fragen: "**Mit** Gott leben. Wie geht das?" :-) Vor allem, wie schafft man es, trotz des eigenen Intellekts alle Widersprüche der eigenen Religion zu ignorieren?

 

Die Antwort von Werner Höbsch:

Gerne hätte ich etwas mehr gewußt über ein Leben "ohne Gott". Woher nehmen Sie als erklärter Atheist Orientierung in Sinn- und Lebensfragen. Die Rückfrage "wie geht ein Leben mit Gott?" ist ja schon der Beginn eines Dialoges.

Ihre Frage an die Religion kann ich genauso zurückgeben: Wie schafft man es ohne intellektuelle Widersprüche Atheist zu sein? Ich bin der Überzeugung, dass weder mit noch ohne Glaube an Gott die Fragen nach der Existenz und dem Grund des menschlichen Daseins widerspruchslos aufgehen. Es sei denn man verzichtet auf Fragen und lebt einfach.

Als Glaubender bin ich von der Hoffnung getragen, dass nicht der Tod und das Chaos oder der Zufall - mal grausam mal guütig - das letzte Wort haben, sondern Gott.

Werner Höbsch


Anonym, weiblich, 25

Durchstöbern dieser wirklich interessanten Web-Site habe ich viel dazulernen können. Nur eins nicht: wer oder was ist Gott? Ist es ein Gefühl? Ist es eine Situation ist es die Gerechtigkeit? Trotz so vieler verschiedener Religionen, die der Mensch entwickelt hat - und der ist ja bekanntlich fehlbar - steht doch immer die Angst vor dem Ungewissen - dem Tod dahinter oder? Sind dann Menschen, die nicht religiös erzogen wurden freier, weil sie nicht ständig mit den Gesetzen ihrer von Menschen aufgeschriebenen "Gurus" hadern müssen?
Den etwas sarkastische Ton dieser Fragen möchte ich etwas entschärfen, da ich versuche zu glauben, was mir nicht immer gelingt. Aber dennoch kann ich nicht sagen, ich hatte nie das GEfühl Gottes Nähe zu spüren, denn das ist wirklich ein sehr erfüllendes, befreiendes und warmes Gefühl. Was oder wer ist Gott?


Benni, 17

ich hab noch nich alle Sparten gelesen, und deswegen weiß ich nich wo ich am besten die Beschreibung meines Lebens reinstelle. sie fragen immer wieder was einem Atheisten Sinn und Halt im Leben gibt, wie ein Leben ohne Gott geht.
Zum Sinn: ich verstehe nicht wie man im Leben einen Sinn sehen muß. wir leben in einem sinnlosen Universum, wenn unser Leben vorbei ist ist es halt vorbei, na und? einen Sinn wie Gott zu dienen (wobei ich dies auch wenn es Gott gäbe als sinnlos ansehen würde) brauch ich nich, ein Mensch kann wenn er will seinem Leben einen Sinn geben (z.B. Gutes tun), aber ein großen oder höheren Sinn gibt es nicht und kann es auch nich geben. kurz: der Sinn fehlt mir nicht (und ich denke sogar das Sinnlosigkeit kein Verlust, sondern ein Geschenk "ist")
und zum Halt: wer gibt mir halt? gute Frage. ich würde sagen die paar Menschen die mir was bedeuten, und mein Hang zur gelebten Freiheit... ich habe ein paar Menschen die mir immer zu hören egal worum es geht, doch bin ich einer der menschen der versucht eigene Probleme möglichst alleine zu lösen...

auch vermiße ich keinen Gott und auch keinen Glauben. sie sind nicht nur überflüssig, sondern oft auch schädlich. das Bekannte mit dem Unbekannten zu erklären, verklärt die Sache nur und macht unsere Entscheidungen und Schlußfogerungen falsch (siehe Moral. ich weiß das viele Christen sich für moralisch überlegen halten, aber wenn soviele Christen sich auf das gleiche berufen und teilweise zu gegensätzlichen Moralansichten kommen sieht man das ich Recht habe. und das schädliche dabei ist die meisten davon halten ihre Moralansicht auch noch christlich, d.h. verbindlich und absolut wahr...)
ich beschäftige kaum noch wirklich über Gott nach, höchstens als abstraktes Problem um Behauptungen zu widerlegen, oder Gedankengänge zu formulieren warum man annehmen müsse das es keinen Gott gibt, oder das es extrem unwahrscheinlich sei das es keinen Gott gibt (hab da neulich was sehr interessantes im Netz gefunden)
mit Glauben und Psychologie beschäftige ich mich noch weil mir meine Freiheit lieb ist, und ich Leute wie die Kreationisten oder Opus Dei fürchte... (aber auch alle CDUler die den Gotteslästerungspragraph verschärfen wollen...)
wer Zensur erlaubt verbietet Denken, und wer heute noch die Evolution verneint ist mit seinem Denken noch nichtmal am Ende des 19. Jahrhunderts angekommen.
auch oft höre ich die Frage wie ich ohne Gott glücklich sein kann? dies geht sehr gut, da ich das Leben meistens als recht schön empfinde... (was jedoch für die Frage der Wahrheit belanglos ist. glücklich ist nicht gleich wahr.)

Benni


Frank, 33

Hallo Herr Höbsch,

zunächst mal muß ich klarstellen, dass mein Beitrag und die darin enthaltenen scharfen Formulierungen gar nicht in die Abteilung "Post Scriptum" gehören, sondern mir ein Fehler beim Abschicken unterlaufen ist. Dieser Beitrag war eigentlich eine Reaktion auf die Postings eines anonymen 55-jährigen gläubigen Christen mit totalitärem Weltbild, der unter der Überschrift "Ich bedaure..." meint "Ungläubige" persönlich angreifen zu müssen.

Jetzt aber zu Ihren Ausführungen:

"den Gott, den Sie beschreiben - als Diktator - und die Religion, von der Sie sich absetzen - deren Ziel nur blinde Untwewürfigkeit ist - lehne ich auch ab. Gerade der biblische Gott hat sich einen Namen als Retter und Befreier gemacht."

Ich könnte jetzt auf eine Menge von gewalttätigen und menschenverachtenden Bibelzitaten zurückgreifen, die das absolute Gegenteil belegen. Aber als Theologe sind Ihnen diese sicherlich alle bekannt, auch wenn sie in keinem Gottesdienst gepredigt werden.

Diese Zitate kann man wörtlich nehmen oder interpretieren. Nimmt man sie wörtlich kommt man zwingend wieder zu dem Bild eines unsichtbaren Weltdiktators. Interpretiert man sie, können sie alles und jedes bedeuten und werden völlig belanglos.

"Das Ziel Gottes ist das Glück - und zwar das ewige - für den Menschen."

Ein allmächtiger Gott ist Ihrer Meinung nach also nicht in der Lage von Anfang an seine Schöpfung so zu kreieren, dass ein Fernziel "ewiges Glück" mittels eines Heilsplanes nicht mehr erfoderlich ist?Das widerspricht m.E. eindeutig der Aussage von der Allmacht dieses Gottes.

"Die Kirche sagt, dass es eine Hölle gibt, behauptet aber an keiner Stelle dogmatisch, dass irgendeiner in der Hölle ist."

Jetzt muß ich doch zu einem Bibelzitat aus dem NT greifen:

"Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: "Du sollst nicht die Ehe brechen." Ich aber sage euch: "Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß' es aus und wirf' es weg! Denn es ist besser für dich, daß eines deiner Glieder verlorengeht, als daß dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird"
Mt. 5;27-29 (Bestandteil der Bergpredigt)"

Da ich mir des öfteren Frauen lüstern ansehen, mir aber noch niemals eines meiner Glieder herausgerissen habe, muß ich schon davon ausgehen, dass mein "ganzer Leib in die Hölle geworfen wird" wenn ich diesen Unsinn glaube, oder?

Es sei denn ich interpretiere auch dort wieder das hinein, was mir gerade am besten passt.

"Hölle, das ist ein Ort der Gottesferne - und ich füge hinzu der selbst gewählten Gottesferne. Gott verdammt keinen Menschen, das ist meine Überzeugung."

Der Begriff der "Gottesferne" als Ersatz für die "Hölle" ist erst seit jüngster Zeit wirklich populär und m.E. ein Produkt "moderner" Theologie, dass der Anpassung der Glaubensdogmen an den weitgehend säkularen Zeitgeist dient.

Ich bin überzeugt davon, dass es noch eine ganze Menge Kleriker und Gläubige gibt, die diese Interpretation ablehnen und an die Hölle in ihrem biblischen Sinn glauben: "Der Ofen in dem das Feuer brennt."

"Allerdings kann der Mensch, wenn er Gott von Angesicht zu Angesicht sieht, sein Nein zu Gott sagen und damit selbst den Ort der Gottesferne wählen. Aber dann ist es nicht Gott, der verurteilt, sondern der Mensch selbst."

Wer hat denn diesen Gott schon gesehen? Und warum sollte ein Mensch irgendwen verurteilen nur weil er nicht glaubt?

Gäbe es einen liebenden Gott, würde er seine Liebe nicht alleine vom Glauben abhängig machen. Liebte er zwar die Christen, aber keinesfalls die Ungläubigen wäre es kein wirklich liebender Gott.

Liebte dieser Gott aber auch die Ungläubigen, wofür dann die Religion?
Sie wäre so überflüssig wie ein Kropf.

"Was mich interessiert: Wie leben Sie jetzt, was gibt Ihnen Halt und Orientierung im Leben, nachdem Sie den Glauben an den biblischen Gott verloren haben?"

Ich persönlich benötige überhaupt keinen Halt. Die Annahme und die Akzeptanz der wahrscheinlichen Bedeutungslosigkeit meiner Existenz macht mich freier als vorher.

Ich muss eben keine Angst davor haben, dass mich ein Gott für meine "Sünden" bestrafen könnte und ich bin m.E. auch nicht mehr anfällig für manipulierende Propaganda.

Man kann jedem Verbrechen einen ethischen Anstrich geben in dem man es im Namen eines Gottes begeht (Glaubenskriege, Hexenverbrennungen, Inquisition).

Das funktioniert allerdings nur so lange wie man der Masse suggerieren kann, dass es notwendig ist an diesen Gott zu glauben.

Mit freundlichen Grüßen
Frank (33)


Anonym, weiblich, 29

Hallo "Ohne Gott" - Team,
ich wurde durch eine Postkarte auf diese Seite aufmerksam. Vor kurzem bin ich aus der katholischen Kirche ausgetreten und bin sehr enttäuscht, dass der hiesige Priester keine Rückmeldung gegeben hat. Wahrscheinlich hat er keine Zeit, aber ich hätte doch gerne darüber gesprochen. Es gab da viele Gründe.

Schwerwiegend war, dass ich mich als Frau von der Kirche überhaupt nicht verstanden und respektiert gefühlt habe. Besonders in der katholischen Kirche herrschen doch noch arge Männerherrschaftsverhältnisse. Eigentlich schade. Natürlich habe ich auch sehr positive Erfahrungen gemacht...Aber im Moment sehe ich keinen anderen Weg.


Thomas Diehl, 21

Sehr geehrter Herr Höbsch,

mit ihrer Antwort an Frank, 33, haben sie meiner Meinung nach nur bewiesen, dass sie (wie die meisten Christen) halb blind durch die Gegend laufen.
Bitte lesen Sie noch einmal das Alte Testament sowie die Offenbarung und erzählen Sie mir dann noch einmal glaubhaft, dass der christliche Gott bermherzig und gut sei und dass es keine konkrete Hölle gebe.

Das Christentum hat (ebenso wie alle anderen Religionen) eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit an die Realität bewiesen indem es anfing, immer abenteuerlichere Interpretationen seiner selbst hervorzubringen. Aber heute ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Realität kommt ohne Gott aus.
 


Frank, 33

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass sich monotheistisch-religiöse Menschen bedingungslos totalitären und autoritären Machtstrukturen unterwerfen.
Schließlich ist das erklärte Ziel dieser Gläubigen meistens das "ewige Leben" (purer Egoismus?) und das vermeiden der "ewigen Höllenqualen". Oder sind diese nicht mehr Bestandteil der christlichen Religion?
"Angeordnet" werden diese Qualen von einem fiktiven Diktator, wenn man nicht ein ihm gefälliges Leben führt. Und dazu reicht es angeblich schon aus einfach nicht an "ihn" zu glauben und seine Existenz zu anzuzweifeln.

Es soll sogar christlich-religiöse Menschen geben, die sich darüber freuen, dass andere in die Hölle kommen und "ewig verdammt" sind, weil sie etwas angeblich "falsches" oder gar nichts glauben, sie selbst aber aufgrund ihres "richtigen" Glaubens irgendwann im "Paradies" landen werden.
Klingt das nicht irgendwie absurd für eine angebliche Religion der Nächstenliebe?
Das Ziel der monotheistischen Religionen ist es meiner Meinung nach mit Hilfe von menschlichen Urängsten blinde Unterwürfigkeit zu erzeugen um Menschen manipulierbar zu machen, was auch gelingt.

Das schreibt übrigens jemand, der jahrzehntelang selbst an den biblischen Gott geglaubt hat. Mal mehr, mal weniger
.


Die Antwort von Werner Höbsch:

Guten Tag Frank,
den Gott, den Sie beschreiben - als Diktator - und die Religion, von der Sie sich absetzen - deren Ziel nur blinde Untwewürfigkeit ist - lehne ich auch ab. Gerade der biblische Gott hat sich einen Namen als Retter und Befreier gemacht. Das Ziel Gottes ist das Glück - und zwar das ewige - für den Menschen. Die Kirche sagt, dass es eine Hölle gibt, behauptet aber an keiner Stelle dogmatisch, dass irgendeiner in der Hölle ist. Hölle, das ist ein Ort der Gottesferne - und ich füge hinzu der selbst gewählten Gottesferne. Gott verdammt keinen Menschen, das ist meine Überzeugung.

Allerdings kann der Mensch, wenn er Gott von Angesicht zu Angesicht sieht, sein Nein zu Gott sagen und damit selbst den Ort der Gottesferne wählen. Aber dann ist es nicht Gott, der verurteilt, sondern der Mensch selbst.

Was mich interessiert: Wie leben Sie jetzt, was gibt Ihnen Halt und Orientierung im Leben, nachdem Sie den Glauben an den biblischen Gott verloren haben?

Mit freundlichen Grüßen
Werner Höbsch


Anonym, männlich, 55

Frage an anonym 67,

er sagt dass er sich in Beruf, in Familie, im Freundeskreis und im Ehrenamt wohl fühlt und "voll" da ist und dass er seine Kraft aus seiner Ethik bezieht. Ich frage welche Ethik ist es denn, in der man sich den gläubigen Christen überlegen fühlt und hat er seine Mitmenschen einmal gefragt, wie es ihnen in seiner Anwesenheit geht?
Meine Ethik verbietet es mir geradezu, mich Irgendjemandem überlegen zu fühlen.


Anonym, 67

Hallo, Ihr Vier!
Nach der Definition ist ja Gott ein gütiges, allmächtiges und allwissendes Lebewesen ("Gott lebt"). Zunächst muß ich sagen, daß heute – in der aufgeklärten Zeit – kein Baby von sich aus zu dem Schluß kommt, daß es einen solchen Gott gibt. Es ist also alles Erziehung, auch die Religionen an sich sind nur "Erziehung", teils mit oder ohne Gewalt. Schaut man sich im Atlas die Religionskarte an, so wird einem nachdenklichen Menschen sofort klar, daß "Glauben" an Grenzen und Politik gebunden ist. – In 14 Tagen wird meine Großnichte als unmündiges Kind die evangel. Kirche hinein getauft. Eines Tages schreibt sie bei "Kenntnis": evangel. und zahlt hierfür Kirchensteuer!

Nun zu Gott u. zu mir. Nach jahrelangem Nachdenken u. Beschäftigung mit den Religionen bin ich schon 1967 aus der kathol. Kirche ausgetreten. Ich konnte das Glaubensbekenntnis nicht hersagen, ohne Gewissensbisse. Das Schlimmste aber war, daß es einen Gott geben soll, der den Menschenkindern seine "Versöhnung" nur über den total perversen u. brutalen Glauben an den Kreuzestod und seine Heilsfolge gewährt. Ein liebendes Wesen!?
Seit der Zeit fühle ich mich erwachsen und befreit. Kraft zum Leben beziehe ich aus mir selbst und meiner Ethik. In meinem Leben (67) ist alles in Ordnung. Im Beruf, bei meiner Familie, für meine Freunde u. in meinem Ehrenamt bin ich voll da. Diskutiere ich mit s.g. gläubigen Christen, fühle ich mich ihnen überlegen u. stelle immer wieder fest, daß sie nicht nachdenken, sondern nachplappern. Viele sagen schon, daß sie bestimmte Passagen im Glaubensbekenntnis auch nicht glauben. Ich bin davon überzeugt, daß die Religionen dem Menschen eher geschadet haben u. ihn unfrei machen. Die s.g. Ethik oder Moral kann man allein durch den Verstand aufbauen.

Wenn Sie die Ungläubigen "Nachdenker" öffentlich einladen, so wäre ich dabei. Einen der nur Sprüche kloppt, wünsche ich nicht!

P.S. Nach einer Studie sind die meisten Depressiven in Kirchenkreisen zu finden. Warum wohl?


Anonym, männlich, 55

Es ist schon sehr verwunderlich, wie schwer sich Menschen tun, wenn es um den Glauben an Gott geht. Die Gegenargumente sind beinahe unerschöpflich. Im krassen Widerspruch dazu, steht hingegen die Bereitschaft, verlogenen Herrschern zu glauben welche dem Volke goldene Zeiten versprechen, [Kaiser Wilhelm II] in Verdun und auf vielen anderen Kriegsschauplätzen des ersten Weltkrieges liegen sie, vom General bis zum einfachen Soldaten begraben. Dann kam da ein Hitler welcher vom Aufbau eines tausendjährigen Reiches faselte, auch diese Raserei führte in die Katastrophe. Ich bleibe bei meinem Credo weil ich gute Erfahrungen damit gemacht habe, denn Glaube an Gott beruhigt und gibt Kraft!


Heinrich, 48

als "belustigend", wie es RobertWeinhold schreibt, finde ich keinen einzigen Beitrag. Jemandes Gedanken in diesem Forum als belustigend zu empfinden, finde ich schon als Beleidigung für die Verfasser dieser Schreiben.


Anonym, männlich, 17

Wenn Gott allmächtig wäre, dann könnte er einen Stein erschaffen, den er nicht heben kann! Kann er diesen Stein aber nicht heben, so ist er nicht allmächtig! Auf eine Antwort wäre ich sehr gespannt!

 

Die Antwort von Bernhard Riedl:

An der Frage haben sich schon manche verhoben - nicht zuletzt deswegen, weil sie ein Gedankenspiel ist, bei dem die gesetzte Bedingung zwangsläufig das gewünschte oder je nachdem unerwünschte Ergebnis bringt. In der Philosophie nennt man das einen Zirkelschluß, auf gut Deutsch einen Teufelskreis.

In der Geschichte der Theologie hat es immer wieder Versuche gegeben, Gott wissenschaftlich zu beweisen - theologisch, philospophisch, aussagenlogisch, mathematisch - manche dieser Beweise sind interessant zu lesen und nachzuvollziehen, aber sie beweisen eigentlich nur eines: dass der Beweisführer Gott erkannt hat und möchte, dass andere dies ebenso tun bzw. können. Können sie aber nicht. Denn für die Gotteserkenntnis ist der geschliffene Verstand eine gute Hilfe, aber er reicht nicht aus, es braucht dazu wenigstens die FRAGE nach Gott und am besten Menschen, die davon Zeugnis geben, wie sich Gott in ihrem Leben als lebendig erwiesen hat. Daraus kann der Glaube an Gott wachsen - so wie er seit den Tagen Abrahams, des Vaters aller Gläubigen, immer wieder erwachsen ist. Für mich heißt glauben: Gott vertrauen, dass er es gut mit mir meint. Immer. Auch wenn ich es manchmal gar nicht verstehen kann. Das mit der Allmächtigkeit hat mich seltsamerweise dabei nie interessiert.

Herzliche Grüße - Bernhard Riedl

 


Robert Weinhold, 37

Ich lese mit Entsetzen, teilweise aber auch mit Belustigung was die Menschen so alles von sich geben. Viel Unwissenheit und Frustation liest man in und zwischen den Zeilen. Alte peinliche Vorurteile über die Kirche kommen zur Sprache, die eine niveauvolle Besprechung schwierig erscheinen lassen. Persönlich mache ich sehr oft die Erfahrung, daß die Menschen ohne Glauben an Gott und Bezug zu Seiner Kirche einsam, traurig und ohne große Lebensfreude sind.Sie rennen Phantasmen hinterher ohne Sinn udn Bestand. Leid tun mir sie, jedoch ist ein Gespräch über Religion mit ihnen sehr schwierig, da sie sich diesbezüglich nicht öffnen wollen und/oder können. Oft bleibt nur noch das Gebet für diese Leute, denn Glauben scheint doch tatsächlich eine Gnade zu sein, die leider nicht jedem gegeben ist. Wir leben allerdings auch in einer Zeit und in einem gesellschaftlichem Umfeld, das Religiösität auch nicht unbedingt fördert und begünstigt. Ganz und gar nicht ! Und die katholische Kirche, an der ich eigentlich nichts auszusetzen habe, sollte ihre Verkündigung, aber auch ihre Kritik an den gesellschaftlichen Missständen kompromissloser und deutlicher Formulieren. Nur keine Angst auch mal Unangenehmes laut und deutlich auszusprechen ! So wie es der Kölner Erzbischof neulich tat. Solche Geistliche gibt es leider viel zu wenige. Auf auf, nur Mut zu klaren Worten !

Lieben Gruß, Robert


Christian, 30

Sehr geehter Hr. Höbsch

Vielen Dank für ihren Kommentar, es ist beruhigend zu Wissen, dass das hier gesagte nicht einfach in der "Unendlichkeit" des Internet verschwindet.
Ihrem Beitrag möchte ich folgendes hinzufügen. Ich wurde nicht Religiös erzogen. Meine Eltern sind aus mir unbekannten Gründen aus der Kirche ausgetreten und mein beschränktes Wissen zu diesem Thema erhielt ich aus dem (damals?) bis zu einer gewissen Stufe obligatorischen Religionsunterricht(Zwang?), den Filmen und Sendungen im TV, den Ritualen der Gesellschaft (Weihnachten, Ostern usw.), Zeitungsberichten und und und.. Ich habe von mir aus nie das Bedürfniss verspührt, mich mit diesem Thema zu beschäftigen aber selbst wenn man das nicht will, wird man damit immer und immer wieder konfrontiert.
Als Kind habe ich die Geschichte um Jesus als Märchen interpretiert und Heute sehe ich es als ein Teil unserer Kultur, userer Geschichte. Der Gedanke, wer oder was bin ich und worin besteht der Sinn meines Seins beschäftigt allerdings durchaus.
Das letzte mal war ich zur Kommunion der Kinder von Bekannten in einer Kirche. Die Worte des Pfarres, er sprach von Toleranz und Vergebung, empfand ich als sehr schön und auch wichtig in unserer Zeit, jedoch auch als Logisch und Selbstverständlich aus meiner Sicht der Dinge. Ich kann keiner Fliege was zuleide tun. Aus Neugier habe ich die Menschen um mich herum beim Gebet beobachtet und fühlte mich plötzlich fehl am Platz. Ich wusste nicht, wie das Beten funktioniert und war auch überrascht, dass der Grossteil der Anwesenden plötzlich wie Roboter auf den ziemlich unbequemen wenn nicht gar schmerzhaften Holzbalken knieten und die Worte des Pfarrers vor sich her murmelten, als ob man sie einer Gehirnwäsche unterzogen und ihrem Willen braubt hätte.
Wo sind all diese Menschen im Alltag fragte ich mich. Mein Banknachbar, welcher mir noch vor 2 Minuten mit seinem Ellenbogen unmissverständlich klar gemacht hat, er brauche mehr Platz zum sitzen, kniete mit geschlossenen Augen neben mir und betete das Vaterunser mit einem fast seligen Gesichtsausdruck. Ich verstand es einfach nicht, empfand es als reine Heuchelei und weiss auch Heute noch nichts damit anzufangen. Vielleicht habe ich mich bei meinem Banknachbarn und den Anderen geirrt, aber ich empfand/empfinde es einfach so, tief in meinem Innern.

Vielleicht müsste man fragen. Leben mit/ohne Gott, woher kommt das ?


Ulrich, 47

@Christian

Respekt und Dank, dass Sie sich die Mühe machen, (auch) mir Ihre Hintergrundgedanken mitzuteilen die Sie dazu bewogen haben die Satire zu schreiben. Ich habe Ihren Text mit viel Interesse gelesen und muss gestehen, dass ich nicht gedacht habe das dahinter jemand steht, dem es nicht (nur) darum geht beissenden Hohn in Netz zu stellen, eine lohnende Geschäftsidee zum Besten zu geben, sondern um jemanden der, wie Millionen andere auch, auf der Suche nach der Wahrheit ist und somit versucht unter die Oberfläche zu gehen, hinter die Geheimnisse des Lebens zu kommen.
Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sie es in Ihrem Leben schaffen, dass zu finden wonach sie suchen und hoffe das Sie immer die Kraft haben mögen das Leben aus möglichst vielen Perspektiven betrachten zu können und eines Tages an das Ziel zu gelangen, an dem für Sie alle Fragen beantwortet werden. Für mich heisst dieses Ziel GOTT!


Christian, 30

@ Ulrich

Der Grund warum ich diesen Text gewählt habe ist folgender:

Ich versuche, alles im Leben auf möglichst vielen Perspektiven zu betrachten und auch zu Hinterfragen. Egal, wen ich auch frage, jeder hat sein ganz eigenes Bild vom Leben, von Gott oder seiner Religion. Fast jeder Mensch ist irgendwo auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, seinem Leben. Spielt es eine rolle, wie oder durch wen er seine "Erleuchtung" erlangt ? Muss es unbedingt eine Religion sein ? Ich gönne es jedem Menschen von Herzen, wenn er seinen Weg gefunden hat, doch ich lasse mir keinen Glauben, sei es nun das Christentum, der Islam oder wirren Gedankengänge irgend eines Gurus in Indien, aufzwingen. Ich möchte mich genau so wenig zu meiner Einstellung rechtfertigen müssen, wie zB ein überzeugter Christ zu seiner.

Instutitionen wie die Kirchen machen mir angst, halte ich für gefährlich. Ich meine damit nicht nur die Machtspiele in der Vergangenheit wie zB die Kreuzzüge, Hexenverbrennungen, sondern auch aktuelle Themen wie Verhütung, Homosexualität usw. Was hat das noch mit Glauben zu tun, hilflosen Menschen im Zeitalter von AIDS die benutzung von Kodomen zu verbieten ? Sowas wiederspricht doch völlig dem gesunden Menschenverstand, aber wenn es die Kirche sagt, wirds ja wohl stimmen :(

Natürlich leistet die Kirche auf viel gutes, aber liegt das wirklich an der Kirche als Instutition und nicht viel mehr an den einzelnen Menschen ?

 

Antwort von Werner Höbsch:

Völlige Zustimmung, dass kein Mensch zu einer Religion gezwungen werden darf. Im Gegenteil: Die freie Entscheidung zum Glauben ist die einzig tragfähige Grundlage. Und durch freie Entscheidung kommen Menschen zu unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen. Viele lehnen den Glauben an Gott ab - nicht aus Bequemlichkeit, sondern ebenso aus freien Stücken. Sie haben dafür ihre Gründe. Diese Gründe und die Frage, wie geht das Leben "ohne Gott" interessieren uns. Das soll nicht im Sinne "wie kannst du nur!" als Rechtfertigung eingefordert werden, sondern weil es mich interessiert. Ich halte es nicht für gleichgültig, woher ein Mensch seine "Erleuchtung" erhält, denn gerade wenn Ideologien, zumal politische, an die Stelle der Religion treten oder Religion politisch missbraucht wird, droht Gefahr.

In der Vergangenheit ist im Namen des Christentums Unrecht und Gewalt verübt worden, wofür Papst Johannes Paul II. ein Schuldbekenntnis abgelegt hat. Damit wird geschehenes Unrecht nicht aufgehoben, aber der feste Wille bekundet, einen anderen Weg einzuschlagen und den Namen Gottes nicht durch Gewaltanwendung zu lästern.

Werner Höbsch


Ulrich, 47

@Christian

Vorsicht keine Satire!

Wenn denn das vorstehende "Rezept" zur Gründung einer Religion geeignet ist, dann würde ich doch an Ihrer Stelle zugreifen und die Marktlücke aufgreifen.Gibt es eine einfachere Möglichkeit Geld zu verdienen, Macht und Ansehen zu bekommen.......


Christian, 30

Vorsicht Satire !

So gründet man eine Welreligion:
Eine Religionsphilosophie sollte folgende Punkte beachten. Sie sollte:
- einfach sein. Für Dumme geeignet.
- den Benachteiligten Trost und falsche Hoffnungen geben
- den Begünstigten zur Rechtfertigung dienen
- ein solides Feindbild zeigen.
- so vieldeutig wie möglich sein. Wischiwaschi und blabla
- 27,3% Wahrheit und 72,7% absurden Quatsch enthalten
- sich selber widersprechen. Das garantiert unbegrenzte Fexibilität
- eine reale, materielle Welt konsequent abstreiten
- ganzheitlich sein. Was das heißt, bestimmst Du
- grausige, finstere Drohungen gegen Ungläubige und Ungeborene schleudern
- den Weltuntergang ausführlich und schauerlich beschreiben
- ewige Seligkeit den Gläubigen versprechen

Studiere sorgfältig alle bekannten Ideologien. Frage Dich, worauf ihr Erfolg oder Misserfolg beruht und vermeide deren Fehler. Dann entscheide Dich für eine Marktlücke, in die Du vorstoßen willst.


Anonym, männlich, 55

Wer sich auf den Weg begibt Gott zu suchen, der wird Ihn finden! Es ist mir nach leidvollen Erfahrungen zur Erkenntniss geworden, dass es viele Dinge gibt, welche auch ohne den Glauben an Gott gehen, aber wenn alles gut werden soll, dann geht es nur mit Gott!
Im Übrigen, sind die drei, mich tragenden Lebensantriebe: Gott suchen - Gott erkennen um Gott letztendlich zu finden!

Dies ist der Grund-Sinn meines Lebens!


Wolfgang Ulrich, 36

Auf die Frage, ob er an Gott glaubt hat mal ein Kollege gesagt: ich glaube nicht an Gott, ich weiß, dass es ihn gibt. Ich schliesse mich da an und setze noch einen Herrman van Veen oben drauf: Mein Gott ist in keiner dunklen Kirche, sondern auf der Bank in der Sonne direkt davor...
Die Kirche als Institution hat mich sehr
enttäuscht und ich habe für mich gedacht: Wenn es einen Gott gäbe, er würde die Kirche auslöschen... Aber wie ich merke erledigt die Kirche das für ihn. ;)
In diesem Sinne...


Olaf, 32

Erst mal einen schönen Gruß an die Mitarbeiter dieser Seite, die mit dieser Seite versuchen, ihrem Glauben Ausdruck zu verleihen.
Fast jeden Morgen höre ich kurz vor Beginn der Arbeit die kirchlichen Beiträge auf WDR 5. Obwohl ich kein Christ bin, höre ich sie mir gerne an, weil sie mich zum Nachdenken anregen. Manchmal bringen mich die Autoren, oft auch ungewollt, zum Lachen, manchmal regen Sie mich auf und selten bringe ich den Beiträgen Bewunderung entgegen.
Nun kam es, daß ich mir in dieser Sendereihe vor ein, zwei Wochen die religiösen Gedanken eines Mannes anhören konnte, der mich auf Ihre Seite aufmerksam machten. Leider weiß ich den Namen des Autors nicht mehr und kann ihn darum nicht persönlich ansprechen.
Wie dem auch sei, in seinen Texten sprach der Mann von den "modernen" Glaubensformen, die sich aus allen Religionen und Glaubensrichtungen das für sie scheinbar richtige herauspicken würden. Der Autor war der Meinung, dass diese Art des Glaubens von einer Beliebigkeit geprägt sei. Im Umkehrschluß mußte man seinen Worten wohl entnehmen, dass der Gottesglaube der großen Religionen dieser Beliebigkeit entbehrt.
Nun möchte ich dem Autor erst einmal Recht geben, weil ich auch der Meinung bin, dass, von außen betrachtet, ein Glaube der sich aus Versatzstücken der Esotherik, des Buddismus, des Hinduismus oder sonstiger Einflüsse durchaus beliebig und in Teilen austauschbar ist. Doch betrachten wir es nun einmal aus der Sicht jenes Menschen, der an solche Dinge glaubt. Vielleicht sieht eine solche Person es vollkommen anders und ist nicht bereit, Einzelteile seines Glaubens ständig auszutauschen und den Erfordernissen anzupassen. Vielleicht ist diese Person in ihrem beliebigen Glauben gefestigter als alle Christen, Moslems oder Heiden (zu denen ich mich zähle) zusammen.
Wer stellt sich dann vor diese Person und sagt ihr: "He, was du da glaubst ist beliebig, ist austauschbar. Das kann doch nicht der wahre Glauben sein. Dein Glaube ist falsch und führt ins Leere."

Mir scheint, ich habe diese Person in Gestalt des Autors gefunden. Lieber Autor, dessen Name ich nicht kenne. Ist es nicht sehr hochnäsig, sich vor jemanden zu stellen und zu sagen, das sein Glaube falsch sei, weil er nicht zu den großen Weltreligionen zählt? Was macht denn den wahren Glauben aus. Ist es der Mangel an Beliebigkeit? Wenn es das ist, sollten Sie dringend über Ihren christlichen Glauben nachdenken. Hat sich nicht der christliche Glaube seit Beginn seiner Existenz bis zur Unkenntlichkeit verändert? War Jesus, so er denn gelebt hat, nicht Jude, gläubiger Jude. Warum glauben Sie nicht an Jahwe oder Allah? Sie alle haben die gleichen Wurzeln. In einer anderen kirchlichen Sendung sprach eine Frau davon, daß Christen, Juden und Moslems an den gleichen Gott glauben. Wenn dem so ist, müssen ja logischerweise alle Moslems, Christen und Juden den einzig wahren Glauben haben. Aber warum sind dann die religiösen Bräuche so unterschiedlich. Für Christen ist es kein Problem Schweinefleisch zu essen, für die anderen beiden Religionen wäre es ein Verbrechen oder gar Gotteslästerung. Welcher einzig wahre Glaube ist denn nun richtig?
Seit den ersten Aufzeichnungen des neuen Testaments hat sich der einzig wahre christliche Glaube bis zur Unkenntlichkeit verbogen, den herrschenden Machtverhältnissen angepaßt und wieder eine andere Richtung genommen. Sie werden sagen, daß die Grundgedanken aus dem Leben Jesu überdauert haben. Vergessen Sie es. Nichts kann unverändert überdauern. Alles was schriftlich niedergelegt ist, wird interpretiert, jeden Tag aufs neue. Ein paar Beispiele:
Petrus sollte die Glaubigen leiten. Petrus war ein Mensch. Menschen machen Fehler. Was haben wir heute als "legitimen" Nachfolger von Petrus? Einen gottnahen, unfehlbaren Papst der eine durch und durch institutionalisierte Kirche führt.
Die Unfehlbarkeit wurde natürlich von Menschen beschlossen. Kann ein Mensch behaupten, das ein andere Mensch nur durch die Bestimmung von Menschen unfehlbar wird?

Die Urchristen kannten nicht das Kreuz als Zeichen ihrer Gemeinsamkeit. Es war das Zeichen des Fisches. In den 2000 Jahren christlichen Glaubens sind viele Menschen wegen diesem oder für dieses Zeichen gestorben. Was wäre passiert, wenn ich 1610 gelebt hätte und auf ein Kreuz gepinkelt hätte? Vermutlich hätten die Menschen in ihrem einzig wahren Glauben einen Scheiterhaufen unter mir angezündet. Was wäre passiert, wenn ich es im Kreise von Frühchristen getan hätte? Vermutlich hätten sie mich gefragt was ich da mache und mich evtl. für bescheuert erklärt. Was würden Sie tun, wenn Sie mich dabei erwischen würden? Ich hoffe, Sie würden mit mir reden wollen und mehr nicht! Welcher der Menschen hat in seinem einzig wahren Glauben recht? Der mit dem Kopfschütteln, der im der Todesstrafe bei vorhergehender Folterung oder Sie? Alle hätten sich in ihrem Verhalten auf den Glauben Jesu bezogen. Wer hat recht?
Keine Sorge ich pinkele nicht auf Kreuze.

Christus sagte, man solle nur an einen Gott glauben, ist es nicht so? Was ist nun der Unterschied zwischen dem Glauben der Germanen oder der Römer mit den endlos vielen Göttern, Halbgöttern, Zwischenwesen etc. und den katholischen Heiligen und der Dreifaltigkeit? Gibt es nun einen Gott oder einen Grossen und viele kleine Götterlein, wo sich der eine um die Brücke kümmert über die ich gerade gehe, der nächste auf meine Fahrweise aufpasst und wiederum ein anderer bei entsprechender Anbetung gute Ernten beschert. Jesus hätte sich das sicher verboten, wie im übrigen jeder andere gläubige Jude auch. Ich bin nicht der einzige dieser Auffassung. Fragen Sie mal Ihre protestantischen Kollegen.

Heute glauben viele Katholiken an die Bildsprache die Bibel wenn es um die Erschaffung der Welt, um die Jungfräulichkeit Marias oder sonst was geht. Glauben Sie, daß die Erde in 7 Tagen erschaffen wurde? Sehen Sie in dieser Aussage ein Bildnis oder die absolute Wahrheit? In Ihrem einzig wahren Glauben können Sie nur an den absoluten Wahrheitsgehalt dieser Aussage glauben. Wenn nicht, könnten Sie anno Domini 1610 gemeinsam mit mir auf dem Scheiterhaufen stehen (nach vorheriger ernster Befragung), denn für diese Menschen war klar: Die Bibel lügt nicht und wer die Aussagen der Bibel in Frage stellt, hat das Recht auf Leben verloren. Viele Menschen sind deswegen gestorben.

Noch einmal zur Erinnerung: All diese Menschen glaubten an den gleichen alleinigen Gott.

Worauf ich hinaus will: Hat ein Glaube das Recht, sich zu verändern? Natürlich hat er das. Unmengen von Glaubensrichtungen allein in der katholischen Kirche beweisen das.

Muß eine Institution wie die "heilige" römisch Kirche jeder Glaubensrichtung hinterherrennen? Natürlich nicht. Warum auch. Es darf aber nicht verwundern, wenn der Kirche die Menschen wegrennen, die nicht mit den Grundsätzen konform gehen.

Ist ein beliebiger Glaube ein falscher, ein zu einfacher oder gar ein gefährlicher Glaube? Sicher nicht. Glaube ist individuell. Die Zeiten in denen mir ein Pastor (von mir aus auch ein Herrscher oder Politiker) sagte, was ich zu glauben habe sind hoffentlich für immer vorbei. Es gibt keine Beweise für eine wie auch immer geartete Göttichkeit und auch keine dagegen. Es muß auch keine Beweise geben. Denn eins ist klar:

Ich glaube!
Sie glauben!
Der Esotheriker mit dem Kupferarmband und der Shivastatue glaubt!
Keiner weiss es!!!

Glaube ist und bleibt beliebig. In manchen Zeiten hat man das nur vergessen. Manche Menschen haben es bis heute nicht gelernt.

Und das Schöne ist, auch Sie mit Ihrem beliebigen Glauben können sich auf meine Aussage berufen.

Ist das nicht toll?

Mit freundlichen Grüßen
Olaf


Anonym, weiblich, 18

Haben sich die Menschen einen Gott gemacht?
Menschen setzen sich ein Ziel nach dem nächsten, wenn aber alle Ziele zu wirklichen zu sein scheinen müssen sie sich ein entgüliges Ziel, ein unbekanntes Gegenüber schaffen, GOTT.Die unendlich auf etwas angewiesenen Menschen setzen ein ebenso nicht endliches Gegenüber voraus und sind darauf angewiesen. Durch Einbildungskaft, Gefühle und Erfahrungen schaffen sie sich eine Erscheinung. Oder gibt Gott ihnen diese Erscheinung? Offenbart er sich in Jesus Christus der sich in Manitu, Vishnu, Shiva, Buddha, Maria, Jesus ... zeigt? Haben sich die Menschen einen Gott erstellt, der sich in Jesus Christus zeigt welcher ihnen eine Orientierung gibt, dem Erstrebenswertem näher zu kommen, ihnen das Wissen gibt wohin sie ihre Ziele leiten sollen?
Inzwischen glaube ich, dass Gott uns erschaffen hat, deshalb die Beziehung zum Menschen erhalten/erschaffen möchte. Er befähigt den Menschen die Beziehung zu ihm (wieder) lebendig werden zu lassen (durch Jesus Christus durch den Glauben an Jesus Christus), der Mensch kann die Tat Gottes aber auch ablehnen. So gibt es nun für mich einen gnädigen Gott.(Gnade heißt für mich Leben, Verbundenheit, Gegenwart Gottes und Beziehung, nicht Herablassung, Überordnung und Macht)


Anonym, männlich, 28

Das seltsame an meiner e-mail an "Ohne-Gott.de" ist, dass ich an Gott glaube. Aber ich glaube nicht an "Gott den Vater, den allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde und an Jesus Christus... " Ich habe mit grossem Interesse die Morgenandachten in WDR-4 gehört. Besonders interressant fand ich jene, in der der Prälat das "zusammenmixen von verschiedenen Gottesbildern - ein bissschen Judentum, ein bisschen Buddhismus und ein bisschen Christentum" im Grunde genommen verteufelte. Ich persönlich sehe im Christentum und auch in der muslimischen Religion eine Weiterentwicklung des jüdischen Glaubens. Die Juden, die erstmals an nur einen Gott glaubten, legten mit ihrem alten Testament den Grundstein zur Bibel. Sie erkennen in Jesus Christus nicht einmal einen Propheten. Wir Christen sehen in Jesus den Propheten, den Retter der Welt. Auch die Muslime erkennen Jesus als Propheten an. Ihr Prohet, der als Retter der Welt kam heißt allerdings Mohammed. Jetzt aber zu meiner Frage: Der Prälat ist sicherlich ein tiefgläubiger Mensch, der als Priester der Glaubensverkündigung verpflichtet ist. Aber warum kann er für sich in Anspruch nehmen, die reine Christliche Lehre sei das A&O, das Alpha und Omega, der Anfang und das Ende, also das Nonplusultra. Ist es nicht vielleicht eine Mischung aus den drei großen Weltreligionen eine Mischung aus Jude, Christ und Muslime, der viel eher eine Wahrheit und einen Weg zu Gott bereitet? Die Mischung macht es vielleicht aus. Genauso, wie ein Obstkuchen, der mit Äpfeln, Birnen und Pfirsichen zusammen belegt ist, besser schmeckt, als ein reiner Apfel- Birnen- oder Pfirsichkuchen. Alle Weisheiten der drei Religionen beruhen auf einem einzigen Gott. Wir sollten versuchen, die Religionen aneinander anzunähern und nicht auf der alleinigen Wahrheit unserer, beziehungsweise einer einzigen Religion zu bestehen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch einmal erwähnen, dass mich der Zusatz "Sie hörten einen Beitrag der katholischen/evangelischen Kirche" im Anschluß an die Morgenandachten ziemlich stört. Wenn die Annäherung der Religionen auch noch in Weiter ferne ist, dann dient dieser Zusatz eher der Unterscheidung und Trennung unserer beiden Konfessionen und nicht der Zusammenführung. Hier könnte im kleinen eine Annäherung von katholischer und evangelischer Kirche vollzogen werden


Thomas Christian Kobinger,

Ich sage, dass es gut ist, an Gott zu glauben, denn als Jugendlicher habe ich beten gerlernt - in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche. Als ich rauschgiftsüchtig wurde, war Gott bei mir, und er hat mir geholfen. Jeztzt bete ich wieder jeden Tag. Ein Dank an die evangelische und katholische Kirche.
Aber wenn ich noch ein Urteil sagen darf: Ich vermisse Menschen in meinem Alter. Geht bitte vielleicht auf die Menschen zu.
Leider bin ich aus Zweifeln ausgetreten. Das ist nicht gut. Ich werde wieder eintreten.

Danke
Thomas Christian  Kobinger


Achim Schöwe, 41

WDR 5 "Kirche in WDR 5" 35. Kalenderwoche
In den Beiträgen dieser Kalenderwoche wurde diese Webseite immer wieder genannt. Deswegen äußere ich hier meine Meinung zu den Beiträgen:
Mein Gott! Wäre mir das peinlich Katholik zu sein. So viel naive Arroganz. So viel Fundamentalismus. Nicht, dass wir uns Missverstehen! Ich finde durchaus Religion sollte ihre Werte bewahren. Ich bin z. B. voller Respekt vor den Mönchen des Berges Athos. Aber diese Beiträge waren so platt missionarisch. Ich denke man kann Katholik sein ohne Andersdenkende für blöde zu halten! Ich kenne Katholiken, die sind wirklich nett. Und denen wären diese Beiträge sicherlich sehr, sehr peinlich gewesen.

Nichts desto weniger: Ich grüße alle, die für eine bessere Welt einstehen und da schließe ich den kritisierten Autor ganz sicher mit ein.


Anonym, männlich, 45

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin durch die tägliche Morgenandacht um 8:55 Uhr auf WDR 4 in der vergangenen Woche auf diese Seite aufmerksam geworden. Da ich schon seit vielen vielen Jahren fest an Gott glaube, möchte ich das hier einmal öffentlich bekennen. Auf dieser Seite wird die Frage gestellt: Ohne Gott leben. Wie geht das? Meine Antwort für mich ist folgende. Es geht überhaupt nicht! Ich spüre seine Güte und Gnade jeden Tag neu. Obwohl auch ich als Christ ein Sünder bin, liebt er mich ganz offensichtlich. Wie er alle anderen Menschen unendlich lieb hat. Ich möchte hier nur jedem sagen der nicht an Gott glaubt, versuchen Sie im Gespräch mit ihm Klarheit zu finden. Beten Sie zu ihm. Er hört und erhört Sie. Das habe ich schon mehrfach erleben dürfen. An meinen Worten dürften Sie gemerkt haben das ich mich nicht so gut ausdrücken kann. Doch ich hatte den Wunsch mich hier in aller Öffentlichkeit zu meinem Glauben zu bekennen.


Hans-Peter Osterkamp, 53

Möchte Ihnen mitteilen, das ich mir ein Leben ohne Gott nicht mehr vorstellen kann.Wer Gott in Jesus Christus loslässt muß sich auch nicht wundern,dass er nicht hört, nicht segnet und Menschen sich selbst überlässt.
Deshalb meine dringende Bitte diesen Gott in Jesus Christus nicht loszulassen.


Anonym, männlich

könnten Sie sich eigentlich vorstellen, was Christus, würde er jetzt augenblicklich präsent sein, über die katholische Kirche mit ihrer blutigen Vergangenheit und dem Antichristen als Oberhaupt, sagen würde??

Vermitteln Sie doch endlich die wahre Errettung(das Erlösungswerk Christi) Ihr Krimskrams (Tabernakel-Hostie- Monstranz- Heilig-und Seligsprechung-Marienkult-Messopfer etc.) können Sie sich sparen!Oder meinen Sie, das durch kirchliche Rituale jemand gerettet würde?? Vermitteln Sie den Menschen, wie die wirkliche Errettung funktioniert!Und reformieren Sie sich endlich!(mehr noch als Luther)


Andreas Günther, 37

Ich möchte mit dem Satz "Ohne Gott leben" in Dialog treten indem ich sage, was es für mich heißt m i t Gott zu leben, und dies möglichst so, dass es für Menschen verständlich ist, die von sich sagen, dass sie ohne Gott leben:
M i t Gott zu leben heisst für mich damit zu rechnen, dass unsere Realität mehr umfasst als dass, was wissenschaftlich-empirisch zu beweisen ist. Dabei ist mir wichtig, dass "glauben" im religiösen Sinne nicht ein blosses und verkopftes "Fürwahrhalten" meint, sondern ein grundlegendes Vertrauen in etwas, aufgrundessen ich konkrete Schritte in meinem Leben tue, die ich ohne dieses Vertrauen nicht wagen würde. Die Erfahrung bei diesen Vertrauens-Schritten bisher letztlich begleitet, bewahrt und getragen worden zu sein, macht für mich dass eigentliche Phänomen der Erfahrung mit Gott aus. Und dies gerade dann, wenn die Erfahrungen anders ausfallen, als ich sie mir vorstellen konnte oder gewünscht habe und trozdem spüre: Du wirst getragen. Es bleibt aber auch das Phänomen, dass es anderer Menschen und bestimmter Lebensumstände bedurfte, damit ich diese Schritte des Vertrauens gehen konnte.
Noch ein Gedanke zur vielfach geäußerten - und berechtigten - kritischen Frage: "Wie kann Gott das zulassen?" Ich erlebe es bei mir selber, dass sich diese Frage eigentlich nur dort stellt, wenn ich selber einer Situation hilflos gegenüberstehe, nicht aber, wenn ich selber z.B. ein Unglück verhindern kann! Dies erscheint mir als ein Hinweis darauf, dass hinter dieser Frage vor allem das Gefühl der eigenen Ohnmacht steht. Gleichwohl: Es ist auch ein Ausdruck - und oftmals ein regelrechter Aufschrei - des Leidens, den niemand als unzulässig abtun kann oder darf. Im christlichen Glauben ergibt sich eigenartigerweise gerade an dieser Stelle eine Solidarität durch denjenigen, der am Kreuz schrie: "Mein Gott, mein Gott! Warum hast Du mich verlassen?"


Axel Weiß, 42

Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Frage richtet sich an Sie alle; es mag mir antworten, wer will. Eine Bekannte schrieb über die Person Jesu:
Zitatanfang
"1. Alle überlieferten Berichte (kanonisch oder apokryph) sind, entgegen religiöser Traditionen, keine Offenbarungen sondern “Sachtexte” - Berichte über das Leben und Wirken des Juden Jesu

2. dieses Wirken und sein Selbstverständnis war, wie aus den Texten deutlich wird, ausschließlich jüdisch und vor allem eschatologisch (Math. 5/17-18): wie kann ein nonkonformistisch denkender jüdischer “Rabbi” mit einer relativ kleinen Anhängerschaft und sehr kurzer Wirkungszeit, also eigentlich “eine Begebenheit am Rande”, durch die Umdeutung seiner Ideen und eschatologischen Hoffnungen, zur Zentralfigur einer nicht-jüdischen, paulinischen Religion avancieren?" Zitatende!

Mein Problem: Die Leute sind zumeist von Jesu historischer Existenz überzeugt. Wäre er, wie teilweise behauptet wird, die Personifizierung der Idee einer religiösen Gruppierung gewesen, hätte letztere "die Übernahme und vor allem anschließende Entfremdung ihres Gedankengutes durch Paulus nicht zugelassen", wie von diesen "Historikern" gesagt wird.

Und seine Wirkung wird wie folgt erklärt, Zitatanfang:
"Seine weltgeschichtliche Bedeutung besteht darin, daß sein Leben und vor allem sein Tod URSACHE für eine religiös-politische Entwicklung war, die schließlich (unabhängig davon ob positiv oder negativ) 2000 Jahre das Weltgeschehen maßgeblich beeinflußt hat. Eine solche Wirkung kann, wenn man von einer göttlichen Allmacht ausgeht, nur von dieser ermöglicht werden. In diesem Sinne bedeutet die Existenz des Menschen Jesus göttliches Wirken." Zitatende

Was würden Sie insbesondere zu den zuerst genannten Punkten 1 und 2 entgegnen ?
Vielen Dank für Ihre Mühe
Axel Weiß

 

Die Antwort von Bernhard Riedl:
 

Sehr geehrter Herr Weiß,
Wir Christen glauben, dass Gott sich seit dem Ursprung, dem Anfang der Welt geoffenbart hat - durch die Schöpfung in besonderer, unübersehbarer Weise, durch den geistbegabten Menschen mit seinem Gewissen und durch sein besonders Verhältnis zu "seinem" Volk: Israel.

In unüberbietbarer Weise (wie die Theologen das gerne nennen) hat er sich aber in Jesus Christus, seinem Sohn geoffenbart. "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn dahingab ..."

Davon erzählen die vier Evangelien; die Apostelgeschichte und die Briefe des Neuen Testaments lassen uns an der Wirkungsgeschichte dieser Liebe Gottes zu den Menschen teilhaben. Ob die biblischen Schriften Sachberichte oder historisch in allem zuverlässige Berichte sind, geht letztlich an deren Wirklichkeit vorbei. Sie enthalten auch Sachberichte, viele davon sind historisch belegt. Sie sind aber vor allem Glaubenszeugnisse, die im Licht dieses Glaubens und der damit verbundenen Erfahrung mit Hilfe des Heiligen Geistes - wie Christen glauben (Inspiration der Heiligen Schrift) - entstanden sind und ihre Form gefunden haben und nun sozusagen die Gründungsurkunde des christlichen Glaubens darstellen. Im Hinblick auf die Heilsgeschichte und die Heilswahrheit versteht die Katholische Kirche deshalb die Bibel als irrtumsfrei.

Dass die Sendung Jesu zunächst ausschließlich Israel galt, ist gar keine Frage, sondern ein - auch historisch recht sicher belegter - Fakt: Erst durch die Ablehnung seiner Mission, die ja mit dem Tod zu enden scheint, stellt sich heraus, dass man Gott mit einer Kreuzigung nicht erledigen kann, wenn ich das mal so salopp formulieren darf. Für mich persönlich ist gerade die Tatsache, dass die "Sache" Jesu mit seinem Tod nicht erledigt ist, sondern erst dann ihre volle Wirkung entfaltet, ein äußerst bedeutsames Glaubwürdigkeitsargument. Die Menschen, die eine Erfahrung mit dem Gottessohn gemacht haben, erleben, dass mit dem Tod eben nicht alles aus ist, dass irgend etwas, ja dass der Gekreuzigte weiterwirkt, eben nicht totzukriegen, vielmehr sehr lebendig ist. Diese Erfahrung ist die Grundlage für die Weitergabe des Glaubens von Mensch zu Mensch, von Generation zu Generation. Aus der Erinnerung und Vergegenwärtigung dieser Geschichte Gottes mit den Menschen lebt der christliche Glaube.

Ob Paulus Jesus "umgedeutet" hat, ist vermutlich eine eher akademische Frage. Jesus hat gelebt, gehandelt, Geschichten vom Reich Gottes erzählt. Er hat nach der Überlieferung der Evangelien aber eben kein System gelehrt, keine Theolgie vertreten. Das aber genau hat Paulus getan, der Systematiker, der Analytiker, der Theologe eben. Aber er war eben damit auch erfolgreich, gerade weil er nicht sich selbst verkündet hat, sondern auf seine ihm eigene Weise Jesus Christus, der gekreuzigt wurde und auferstanden ist - wie er selbst einmal schreibt.

Sehr geehrter Herr Weiß, ich bin mir gar nicht sicher, ob diese Zeilen Ihre Frage befriedigend beantworten. Ggf. sollten Sie einfach nachhaken.

Herzliche Grüße aus Köln -

Ihr
Bernhard Riedl


Rainer Bolz, 41

Hallo,
ich glaube zwar an Gott, habe aber keine Religion, die ich ausübe oder der ich angehöre. Ich glaube fast alle Religionen kommen von Gott.
Sie glauben doch, daß der Jesus der Messias sein soll. Warum kam mit ihm dann nicht das Friedensreich, welches uns im AT versprochen wurde? Außerdem steht bei Jesaja, daß "seine Stimme auf der Straße nicht gehört werden sollte". Jesus predigte aber öffentlich! Wie ist das zu verstehen?

Viele liebe Grüße
Rainer Bolz


 

Die Antwort von Georg Girschek:

Hallo Herr Bolz, 
Dank für Ihre Zuschrift; zu Ihren beiden Fragen:
Die Theologie beantwortet die Frage, warum mit Jesus nicht unmittelbar das Friedensreich kam – wie es im AT erhofft wurde – so: Jesus war nicht der Revolutionär, der kurzfristig handfeste politische Ziele erreichen wollte. Sondern in Jesus Christus hat Gott sich den Menschen zugewandt: Gott hat sich in Jesus Christus mit uns solidarisiert, er hat sich an unsere Seite gestellt. Er hat durch Jesus Christus gezeigt, daß der Mensch eine Zukunft hat – über den Tod hinaus.
Man wird das von Ihnen zitierte Jesaja-Wort auf Jesus Christus bezogen in übertragenem Sinn verstehen können: Man wollte die Stimme Jesu nicht hören. Die Botschaft Jesu blieb ungehört. – Diese Botschaft fand ja tatsächlich zunächst kaum Beachtung, wie das Neue Testament erzählt (das läßt übrigens auch eine vom Neuen Testament unabhängige antike Quelle durchblicken), sondern erntete im Wortsinn Mißachtung – bis hin zur Tötung ihres Verkünders.

Ebenfalls liebe Grüße – und adieu,
Georg Girschek


Peter, 45

Sehet das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt.

Herr, was geschieht, wenn du eingehst unter mein Dach? - Ich höre auf, zu denken und meine Seele wird gesund.


Heike, 44

Schwäne im Nebel

Gleich den kurzen grauen Tagen
in der Kühle des Novembers heben
sich bisweilen Nebelschwaden,
die zögernd mir den Blick freigeben.

Und meine Augen werden scharf,
auf dem See dort Schwäne sind,
die selten nur ich sehen darf,
staunend werde ich zum Kind.

Und ihre Schönheit ist Legende,
wenn sie still vorübergleiten,
als hätten liebevolle Hände
geholfen, mir die Sicht zu weiten.

Sie stammen nicht von dieser Welt
getaucht in unirdisches Licht,
der Nebelvorhang wieder fällt
und sachte er den Zauber bricht.

Doch weiß ich um der Schwäne Leben,
auch wenn es selten sichtbar ist.
Das Wunder wird von Gott gegeben
dem Menschen, daß er nicht vergißt.

Ohne Gott leben - dann könnte ich nicht leben!!!!!!



Markus, 29

Ich hab mal vor gut einem Jahr ein kleines Stueck geschrieben und in ein christliches Forum gestellt.
Normalerweise finde ich es eigentlich immer etwas albern, seine Argumente und Fragen mit selbstgebastelter Belletristik zu "verraetseln" ("Was will uns der Autor damit sagen ?"), aber als mir die Idee zu diesem kleinen Stueck kam, konnte ich nicht wiederstehen.
Naja, auf jeden Fall hat sich daraus dann eine ganz interessante Diskussion ergeben (obwohl mich die "Gegenseite" nicht ueberzeugen konnte).
Vielleicht moechte sich ja auch hier irgendjemand dazu aeussern. (Bitte keine Theaterkritik, ich bin Physiker, kein Literat.)

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Geschrieben von MarkusK am 18. April 2001 15:36:50:

Der verblutende Sohn
Ein kurzes Schauspiel mit zwei Personen und Schluessen

Die Personen: Vater, Sohn

Der Vorhang oeffnet sich.
Nachts in einem kleinen Waldstueck, etwas abseits einer Landstrasse. Es nieselt. Die Landstrasse liegt etwas bergauf im Hintergrund. Im Vordergrund steht ein Autowrack. Der Wagen ist offenbar von der Strasse abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Einer der Scheinwerfer brennt noch. Durch einen Kurzschluss beim Aufprall ist die Warnblickanlage eingeschaltet worden. Die Blinker ticken wie eine Uhr. Irgendwo laeuft Benzin aus. Der Fahrer, der SOHN, sitzt noch im Wagen. Er ist schwer verletzt und kaum noch bei Bewusstsein. Er blutet stark.
Man hoert ein Auto auf der Strasse vorbeifahren. Zwei Scheinwerferkegel streifen ueber die Szene. Der Wagen haelt an. Eine Autotuer wird geoeffnet und wieder zugeschlagen. Ein Mann, der VATER, betritt die Szene. Er kommt die Boeschung hinab zum Autowrack. In der Hand haelt er eine Taschenlampe, mit der er die Szene beleuchtet.
Der Vater bleibt kurz in einiger Entfernung stehen und schaut.

Vater: Hallo...! Ist da jemand?
Sohn (schwach): Hier. Helfen Sie mir.

Der Vater geht weiter auf das Autowrack zu. Er naehert sich dem zersplitterten Seitenfenster und sieht hinein.

Vater (ueberrascht): Sohn?
Sohn (kraftlos, aber spoettisch): Vater, lange nicht gesehen.
Vater: Bleib ruhig, ich helfe dir. Gib mir deine Hand.
Sohn : Hau ab!

Der Vater schreckt etwas zurueck.

Vater (perplex): Was?
Sohn : Du hast mich schon verstanden. Ich will deine Hilfe nicht.
Vater: Aber du bist verletzt. Du verblutest.
Sohn : Mir egal. Hau ab!
Vater: Egal? Aber du wirst... (erschreckt) Mein Gott, wolltest du dich etwa umbringen?
Sohn : Umbringen? Was redest du da fuer einen Muell! Ich will nicht sterben.
Vater: Aber dann lass dir doch helfen.
Sohn : Nicht von dir.
Vater: Aber warum nicht?
Sohn : Weil ich dich hasse!
Vater: Was?
Sohn : Ja, ich hasse dich. Was hast du schon fuer mich getan in den letzten zwei Jahren?
Vater: Du sagtest, du wolltest nichts mehr mit mir zu tun haben und frei sein. Du bist einfach gegangen. Du hast meine Briefe und Anrufe nie beantwortet, und als ich dich besuchen wollte, hast du mich weggeschickt...
Sohn : Jaja, natuerlich ist wieder alles meine Schuld.
Vater: ... alles was ich tun konnte, war, dir monatlich tausend Mark auf dein altes Konto zu ueberweisen.
Sohn : Das du mir Geld schickst, war ja wohl das Mindeste. Aber wo warst du als ich vor drei Stunden aus der Kurve geflogen bin?
Vater: Wie ist das passiert? Warst du zu schnell?
Sohn : Diese Idioten haetten sich ja wohl denken koennen, dass man schonmal 100 faehrt, wenn nur 50 erlaubt sind! Die haetten die Strasse ruhig sicherer machen koennen. Du hast dich nie dafuer eingesetzt, oder! Natuerlich nicht! Dann saesse ich jetzt nicht hier!

Das viele Reden hat den Sohn geschwaecht. Er hustet und spuckt Blut.

Vater: Du brauchst dringend Hilfe. Nimm meine Hand.
Sohn : Ich will deine Hilfe nicht!
Vater: Aber du stirbst!
Sohn : Werd' ich nicht. Mir faellt schon was ein, wie ich hier raus komme.
Vater: Sei nicht albern. Das schaffst du nicht alleine. Nicht in deinem Zustand.
Sohn : Meinen Zustand kann ich selbst wohl besser beurteilen als du.
Vater (flehend): Vertrau mir. Bitte. Ich bin deine einzige Chance. Bitte glaube mir. Ich flehe dich an. Bitte gib mir deine Hand.
Sohn : Leck mich...

Der Sohn verliert das Bewusstsein und stirbt. Das Geraeusch austropfenden Bezins hoert auf. Auch die Warnblinkanlage flackert noch einmal und geht aus... Stille.

Vater: Sohn?
Vater (lauter): Sohn?
Vater (schreit): Sohn!

Der Vater schlaegt die Haende vor das Gesicht und weint vor Trauer wie ein kleines Kind. Weinend dreht er sich langsam um und beginnt die Boeschung zur Strasse hinaufzustolpern.
Beim Autowrack im Vordergrund spritzen Funken aus dem defekten Scheinwerfer. Das ausgelaufene Benzin entzuendet sich, und das Autowrack beginnt zu brennen.
Der Vorhang schliesst sich ueber die brennende Szenerie.

Dies war der erste Schluss des Schauspiels. Nach kurzer Zeit oeffnet sich der Vorhang zum zweiten Schluss. Die Zeit wurde zurueckgedreht, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Vater fragt, ob der Sohn sich umbringen wollte. Ein Teil des Dialogs wiederholt sich.

Sohn : Umbringen? Was redest du da fuer einen Muell! Ich will nicht sterben.
Vater: Aber dann lass dir doch helfen.
Sohn : Nicht von dir.
Vater: Aber warum nicht?
Sohn : Weil ich dich hasse!
Vater: Was?
Sohn : Ja, ich hasse dich. Was hast du schon fuer mich getan in den letzten zwei Jahren?
Vater (energisch): Jetzt reicht's aber, Junge. Du willst leben, sagst du? Dann werde ich dich nicht hier sterben lassen, bloss weil du glaubst du koenntest das hier alleine schaffen, oder weil du mich nicht magst.

Waehrend der Vater das sagt, reisst er an der Fahrertuer. Sie klemmt, laesst sich aber nach zwei, drei Versuchen oeffnen. Der Vater beugt sich in den Wagen, um den Sohn herauszuheben. Der Sohn wehrt sich und versucht den Vater zu schlagen, aber er ist viel zu schwach.

Sohn : Lass mich...
Vater: Halt endlich still.

Der Vater hebt seinen Sohn wie ein Kind aus dem Autowrack. Mit seinem Sohn auf den Armen, dreht sich der Vater um und geht die Boeschung hinauf zur Strasse. Der Vorhang schliesst sich.
Mag der Zuschauer entscheiden, welcher Schluss ihm besser gefaellt.



SYD, 31

- ZWISCHENRUF -

Hymne an Gott

1Tief in dunklen Tälern sterben die Hungernden
Du aber zeigst Ihnen Brot und lässest Sie sterben
Du aber Thronst ewíg und unscheinbar
Srahlend und grausam über den ewigen Plan...

2Ließest die Jungen sterben und die Genießer.
Aber die, die sterben wollten, ließset Du nicht...
Viele, von denen die jetzt vermodert sind, glaubten an Dich und starben mit Zuversicht.

3Ließest die Armen arm sein, Jahr für Jahr.
Weil Ihre Sehnsucht schöner als Dein Himmel war.
Starben Sie qualvoll, bevor mit dem Lichte Du kamst,
Starben sie selig, doch verfaulten sofort.

4.Viele sagen, Du bist nicht, und dass sei besser so.
Aber wie kann das nicht sein, dass so betrügen kann.
Wo doch soviele ohne Dich nicht Leben und Sterben konnten.
Sag mir, was heißt das Dagegen, dass es Dich gibt?

[BERTOLD BRECHT]
_:_

Liebe Leute!

Ich habe hier einmal auf der Seite gelesen.

Ich , männl. , 31 Jahre, wurde getauft, ging mit zur Kommunion, zur Firmung und glaubte bis zu meiner Volljahrigkeit an Gott.
Dann wendete ich mich ab. Es erschien mir sinnlos mich mit der Frage"gibt es einen Gott" zu beschäftigen (das obrige Gedicht gibt ja darauf auch eine Antwort...).Es erschien mir mehr als schwer Ausschwitz, den ganzen Holocost, das Regime der Roten Khmer, Krankheiten, Schicksale usw.mit einem gerechten, "lieben" Gott in Einklang zu bringen. Wenn ich einmal durch Zufall in der Kirche war, dann erschienen mir die treuen Kirchengänger weit enfernt, teilweise waren sie mir unsympathisch, teilweise sehr nett, halt so wie es in jeder Gemeinschaft ist.
_:_

Dies hat sich sehr geändert. Ich gehe heute regelmäßig in die Kirche. Ganz alleine, oder in eine katholische Messe. Warum glaube ich an Gott? Die Einwände gegen die Kirche als Institution kann(und konnte ich auch zu jeder Zeit meines Lebens) nie nachvollziehen. Bei diesem sozialen Engagement, Hut ab! Was ist es, was mich wieder glauben ließ...? Ich war lange Zeit sehr einsam. Ich versuchte Freundschaften zu knüpfen, was in der heutigen Zeit mit Ihrer Kurzlebigkeit sehr schwer ist. Aber ich beobachte auch: wollte ich nach dem Studium nicht so eine Karriere machen, etwa wie mein Vetter? Nein. Warum? Da war noch mehr!
Jesus hat mir die Angst genommen, zu mir selbst zu finden. So wie ich bin will ich sein, undressiert. Unsere katholische Gemeinde, mein Pfarrer bieten mir Schutz, und Ratschläge in vielen Lebensfragen.
Da ist das Gefühl: "Wir haben Zeit für Dich".

Aber auch das stille Gebet, ganz für mich alleine, gibt mir mehr Kraft als 100 Psychopharma - Tabletten, jede Droge, oder jedes Glas Bier.
Das alte Leben -ohne Gott- hatte aus mir einen teilweise emotional verkrüppelten Menschen gemacht.Und ich weiß aus vielen traurigen Erfahrungen, dass vieles in unserer Gesellschaft (in einem der reichsten Länder der Welt!!!) im argen liegt. Grenzenlose Freiheit, wie etwa in unserer von FUN FUN -mediengesellschaftlich -geprägten Normen, mit der weitgehenden Verneinung von Ehegemeinschaften, Mega Titten-Frauen, "was machst du sylvester, ich fahr auf die Bahamas...",oder "sie sind noch nicht geschieden?-altmodisch", schlagen für mich in neue Abhängigkeiten um.
"Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein auf ihn." Für mich die entscheidensten Worte von Jesus.

Einigen hier auf dieser Seite eingewendeten Einwände gegen den Glauben, kann ich rational nicht folgen.Warum?
Einige in der Kirche dienende Geistliche betreiben Amtsmissbrauch,wie etwa sexuellen Missbrauch. Genau wie fast alle in unserer Gemeinde(einschließlich unseres Pfarrers) lehnen wir das Kondomverbot im Zeichen der Überbevölkerung, und im besonderen Masse in Verbindung mit Aids vollkomen ab.
Andere Bsp'le wie auch oft angegeben das Zelibat, haben aber für mich nichts mit dem GLAUBEN an Gott zu tuen. Das ist eine individuelle Sache. Und negative Erfahrungen macht man überall. "Kommt mir blos nicht mit der Kirche " lass ich in der Zeitung einmal. "Die haben vor 300 Jahren die Indios abgeschlachtet". Frage: Was hat dass mit dem Glauben zu tuen? Wie etwa die Erfahrung jenes Mannes, dervon seiner Internatszeit in einem evangelischen Intérnat berischtete, aber nicht, warum er sich vom Glauben abwendet.
Stellen wir uns, als überwiegend Deutsche einmal die Frage: Sind wir keine guten Demokraten geworden, trotz Auschwitz?
Wie verhielt sich die Kirche den zu Zeit des Umbruchs in der DDR? Es ist heute manchmal schwer, etwa unter Arbeitskollegen, zu sagen:"ich glaube gerne an Gott, und gehe auch in die Kirche" ohne nicht zumindest von einigen belächelt zu werden. Von denen ich dann einige in meinem noch relativ jungen Alter öfters wieder in der Kirche sah, wenn es Ihnen schlecht ging...
Deswegen findet hier viel ANEINANDER vorbei reden statt. Richtig glücklich, so nach den Einträgen, kommen mir die hier sich bezeichneten Gottlosen nicht vor. Wären Sie es, dann würden Sie nicht hier rein schreiben, und sich die Frage stellen, ob es nicht einen Gott gibt...deshalb auch das Gedicht am Anfang.
Gott schütze uns alle!



Maggie, 30

@Tina

Hallo liebe Tina! Ich bin 30 Jahre alt, und glaube ebenfalls an Gott.Ich habe auch einmal sehr lange(3 1/2 Jahre ) nicht an Gott geglaubt, bzw. glauben können.
Ich finde es gut, dass Du Dir gerade in Deinem Alter Gedanken darüber machst...es lohnt sich! Dies zeugt von wenig Oberflächlichkeit!
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es sich sehr lohnt zu Glauben, der Glaube gibt mir sehr viel Kraft.
Ich wünsche Dir, dass Dir der Glaube viel Kraft schenken möge!

@Wolfram

Über Ihren sehr langen Eintrag kann ich, als Gläubige (Katholikin) nur mit dem Kopf schütteln!
Missionieren will ich Sie nicht-möchte Ihrem Eintrag, der für mich aus puren Schubladen-Denken besteht, einiges entgegnhalten.

Sie bombardieren den knappen Eintrag von Tina mit pauschalen Aburteilungen, die mich an einen Ausspruch erinnern: "Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein gegen Ihn". Über Glaubensinhalte, oder wie Sie Ihr Leben ohne Gott meistern, berichten Sie nicht.

Beispiele:
Nach Ihrer Logik sind sämtliche Mitglieder politischer Parteien die reinsten Verbrecher. Warum? Nun, wenn für Sie Herr Dregger für die christliche Weltauffassung der katholischen Kirche steht (wieso?), wie steht es den mit Ihrer Haltung gegenüber der PDS (SED-Mauerschießbefehl,G. Gysi-Bereicherung über Flugmeilen usw.). Wie sieht den Ihre Haltung gegenüber der SOZIALEN Partei Deutschlands aus? Ich erinnere einmal an die Genossen aus Köln. Wie sieht den Ihre Haltung gegenüber der FDP aus (Steuerhinterziehung Otto Graf Lambsdorf usw. )? Wie sieht denn Ihre Haltung gegenüber den Grünen aus (Flugmeilenaffäre, wo sind denn die Ideale dieser Partei geblieben...)? Wie sieht den Ihre Haltung gegenüber der CDU/CSU aus (Schwarzgeldaffäre)?

Ich komme zu der Schlußfolgerung: Sie können nicht wählen gehen, weil nach Ihrer Logik ALLE Parteien, weil sich einige "schwarze Schafe" darunter befinden durchweg schlecht sind. Demnach ist die Demokratie eine schlechte Staatsform...
Sie zeigen uns das ganze "Elend" auf, dass dadurch entsteht, einer Religion anzugehören.
Sie können ja nun an Karfreitag mastubieren, herzlichen Glückwunsch! Damit haben wir ein riesiges Problem weniger auf deser Welt!
Nun, ich will Ihnen einmal von meinem "Elend "berichten: ich habe mit 17 angefangen zu rauchen. Nicht normale Zigaretten, sondern Hasch. Mit 18 war ich dann endlich auf Heroin. Nach 3 1/2 Jahren "Suchtkarriere" wog ich dann noch 48 KG, vom Aussehen hätte ich da Ihre Großmutter sein können (bin Ihnen also vom Alter sehr nahe).
Für die meisten Menschen (nicht alle, es kann auch sein dass Sie sich sozial einsetzen...) war ich der ASSI von der Strasse, der vielleicht ein wenig irritiert, von haste mal ne Mark bis Strassen-Strich über ewiger Krüppel seiner Jugend...

Für die sozialen (konfessionslosen) Einrichtungen war ich eine Nummer im Computer, die irgendwann gelöscht wird, wenn man stirbt, oder keine Venen mir findet, in denen man sich das Gift reinjagen kann.

Durch eine Nonne bekam ich Kontakt zu einer Einrichtung der Caritas, die mir einen Therapieplatz besorgten. Dieser wurde zu 100% aus Kirchensteuereinnahmen und Spenden finanziert.
Ich führe nun seit 6 1/2 Jahren ein ganz normales Leben ohne die Droge. Ich gehe arbeiten, und genieße jeden weiteren Tag meines Lebens. Dabei hilft mir der Glaube an Jesus Christus enorm. Mir geht es gut, super-gut, ich fühle mich wie 21 Jahre, und dass nicht nur beim Volleyball!

Ich bin dankbar zu Leben, ohne dass ich und andere an Gott geglaubt hätten, wäre ich tot.
Zum Abschluß möchte ich noch sagen, dass ich für sie , so habe ich ja den Eindruck, ein Mensch bin, der den "Verbrechern" mit der Moralkeule nahe steht. Sie vergleichen ja die Kirche als Institution mit dem Faschismus, Psycho-Terror usw. . Vielleeicht einmal eine Frage: Was schwebt Ihrem Ideal einer Gesellschaft/Institution/ Gruppe von Menschen /Menschlichkeit usw. vor? Was sind für sie Vorbilder, Richtlinien an die sie sich festhalten? Verzeihen Sie gerne? Sich selbst und anderen?
Mit liebevollen(!) Grüssen

Maggie



Daniel

Eine nette Site - allerdings stören mich daran zwei Punkte ganz besonders. Zum einen gehen sie mit der Fragestellung "Ohne Gott leben" davon aus, daß es einen Gott gibt, ohne den man leben kann (gut, für ihren Berufsstand ist das wohl Grundvoraussetzung). Die Bezeichnung "Leben ohne den Glauben an einen Gott" (oder besser noch: eine/n Gott/Gottin/Götter) hätte mir besser gefallen.

Dann gehen sie des öfteren darauf ein, daß man seinen Glauben verliert. Schon in dieser Aussage steckt der Gedanke darin, daß es etwas schreckliches ist, wenn man ohne Glauben an Gott lebt (ein "Verlust" ist immer schmerzhaft).

Persönlich würde ich also lieber die Frage beantworten, wie man ohne einen Glauben an Gott/Göttin/Götter lebt und wie es ist wenn man vorher daran geglaubt hat.

Und auf diese Frage kann ich nur antworten, daß es der einzige Weg zu leben ist, der mit meinen Überzeugungen im Einklang steht. Ich glaube nicht an einen christlichen Gott, ebenso wenig wie ich an einen Gott des Islams, der Mayas oder der alten Griechen glaube. Wenn man seine Erziehung einmal kritisch betrachtet (oder allein den Einfluß des Geburtsortes auf den "einzig wahren Glauben") und sich die Eigenschaften bzw. die Geschichte des christichen Gottes ansieht, kann man zu dem Schluß kommen, daß man so eine Person weder in seinem Umfeld tolerieren würde geschweige denn ihm dienen würde. Und was seine Existenz betrifft - ich halte seine Existenz nicht für wahrscheinlicher als die Existenz von Göttern aus einem anderen Kontinuum - i.e. p = 0.

Wobei ich hier allerdings sagen muß, daß ich es nicht weiß - ich würde mich also nicht als Atheist sehen, sondern eher als Agnostiker. Die Behauptung, daß es keinen Gott gibt ist m.E. genau so belegenswürdig wie die Behauptung, es gäbe einen Gott. Aber wie geschrieben - selbst wenn es ihn geben würde, ich würde ihm nicht dienen.
Zum Abschluß sollte ich vielleicht noch ein Bemerkung machen, was ebenfalls einen Grund für meinen Austritt aus der katholischen Kirche war. Zu merken, daß man an Gott nicht glaubt und die Konsequenzen zu ziehen ist eine Sache die ich vielleicht nicht getan hätte, wenn die katholische Kirche anders geführt würde. Hierarchische Strukturen mögen ihren Vorteil haben, aber diese Unterwerfung unter den nächst höheren, dieses "wir haben überall Recht weil wir in Verbindung mit Gott stehen", dieses "wir wissen was gut für dich ist, was moralisch ist, was ethisch ist" - das ist wirklich etwas was mir den Austritt sehr leicht gemacht hat. Wäre die katholische Kirche weniger dominant in Bereichen, die sie nichts angehen und wo sie weder Ahnung noch Rechte hat (z.B. was Familie ist, Homosexualität, Gentechnik, etc.), wäre mir der Austritt vielleicht etwas schwerer gefallen, da es dann vielleicht eine Gemeinschaft wäre, mit der ich mich hätte identifizieren können.
Früher oder später wäre es aber wahrscheinlich dazu gekommen - und diese Entscheidung gehört zu denen, die ich bisher keine Sekunde bereut habe. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man seinen inneren Einstellung gemäß handelt und die Konsequenzen zieht.



Paddy Gross, 21

also ersteinmal moechte ich sagen das ich diese seite super und wichtig finde, ich denke das gott das auch genauso moechte denn das gibt menschen die moeglichkeit verschiedene ansichtsweisen zu verstehen,oder auch nicht. jedenfalls bin ich seid 2 jahren christ und liebe unseren herrn,ich sehe das so,jesus ist mein freund und der herr mein vater, wir sind alle gottes kinder und was unser planet braucht ist liebe. diese liebe haben wir von gott bekkommen,jesus. jesus sagt uns mit der bibel wie wir leben koennen, mit ihm. die bibel ist fuer mich persoenlich mein eigenes leben was ich lese, denn sie ist gottes wort und gott spricht durch die bibel zu mir und sagt mir was ich in schlechten oder guten zeiten zu tun habe. ich weiss einfach das gott uns unendlich liebt und er moechte das wir uns lieben, er hat uns geschaffen, und er verspricht uns ewiges leben, und dies ist alles umsonst. viele menschen moegen nicht verstehen das es in dieser welt etwas umsonst gibt, aber es ist so und wenn man will kann man gott kennenlernen. ich stehe nicht auf der seite irgenteiner kirche und ich glaube auch nicht an den pabst,ich glaube an gott. ich habe begriffen wie gott arbeitet und ich weiss das er fuer uns alle plaene hat. beten ist so eine einfache sache und man kann gott alles fragen, er wird antworten durch sein wort, und das allerwichtigste ist das gott immerwieder vergibt, das soll kein freifahrtschein zum suendigen sein,was ich meine ist das wenn man einsieht da man einen fehler gemacht hat und es gott vorbringt,braucht man sich keine sorgen machen das gott veraergert ist denn er sieht das wir lernen und immerhin ist sein sohn fuer die ganze menscheit,und fuer unsere ganzen untaten gestorben, finde man doch jemand heute der das machen wuerde. gott ist gnaedig,heilig, und er ist auch lustig,ja er versteht spass. ich meine ich bin 21 jahre alt und ich gehe nicht in discos, kneipen oder mich betrinken,ich nehme auch kein maedchen mit nach hause, ich bin christ und ich liebe jesus und seinen vater. es ist nicht leicht fuer gleichaltrige das zu vestehen aber frueher oder spaeter findet jeder zum herrn, denn ueberlege man sich doch wie oft menschen zu gott sprechen wenn es ihnen schlecht geht oder sie alt werden und wissen das der tod naeher kommt. ich moechte bestimmt keinem angst machen und ich bin auch kein phoet, aber ich bin ein kind gottes wie jeder,ich habe eine beziehung zu gott und die versuche ich aufrecht zu erhalten.gott liebt uns alle und es ist so einfach seine liebe anzunehmen. vielen dank. -paddy-



Doris, 45

Tja, ich schreibe mal unter PS. Denn normalerweise bin ich hier fehl am Platz. Ich glaube nämlich an Gott. Aber es hat mir schon in den Finger gejuckt,einen Beitrag zu schreiben, da ich auch als "Gläubige" meine Meinung hier kundtun möchte. Zuerst ein großes Lob für diese Einrichtung, den Menschen, die auf der Suche sind Antworten und evtl. auch Hilfe zu geben, die nicht an Gott glauben.
Ich bin evangelisch erzogen worden, konfirmiert und in die Kirche gegangen. Gerne. Nun bin ich als Erwachsene vor noch gar nicht so langer Zeit konvertiert und katholisch, ebenso meine Kinder, die dann bereits zur Kommunion gegangen sind. Und sie sind Meßdiener geworden. Mein Mann ist bereits katholisch.
Der Grund meiner Konvertierung. Ich bin da wo ich wohne immer in die katholische Kirche gegangen, die Kinder in den kath. Kindergarten. Ich habe mich in meinem katholischen Umfeld wesentlicher wohler gefühlt. Ich fühle mich dadurch irgendwie Gott näher. Es ist nicht so oberflächlich wie in der evgl. Kirche. Mittlerweile beschäftige ich mich intensiv mit der Theologie und die Texte die ich in den Lehrbriefen lese, geben mir Antworten auf viele Fragen, Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach dem Mensch-Sein, nach dem Ich-Sein, nach den Erfahrungen des Menschen. Ich lese Dinge, über die ich früher nie nachgedacht habe und dir mir helfen Antworten zu finden. Ich lese über Schöpfung über Hoffnung. Natürlich stehe ich nicht kritiklos der Kirche gegenüber. Aber das hat etwas mit der Intitution Kirche und nicht mit meinem Glauben an Gott zu tun.
Desweiteren habe ich die persönliche Erfahrung gemacht, dass Gebete wirklich helfen. Oder sollte ich sagen erhört werden.
Seht die Natur an, woher kommt denn die Natur, warum sieht eine Fliege kein Spinnennetz, warum geben Bäume Sauerstoff. Man kann das alles doch nicht nur mit wissenschaftlich fundiertem Wissen erklären. Da muss es doch noch mehr geben. Wir wissen nicht, dass es Gott gibt, aber wir glauben es. Und Gott gibt Ruhe. In der heutigen Zeit suchen viele Menschen einen Halt und die findet man zunehmend innerhalb der Kirche.



Petra Ahlers, 33

Tolle Initiative, tolle Frage! Also, ich glaube nicht an Gott, sondern an die Natur. Daran, dass alles miteinander zusammenhaengt und im Gleichgewicht sein muss. "What goes around, comes around". In dem Zusammenhang finde ich die Gebote gut - nicht als Gebote (was ein unfreundliches Wort!!!), sondern an deren Inhalt. Die sind weder christlich noch islamisch noch buddhistisch, sondern allgemein-humanistisch.

Ich weiss nicht, warum ich nicht an Gott glaube...ich hab die volle evangelische Erziehung genossen (ok, ein eher atheistisches Elternhaus) und als Kind supergerne Bibelgeschichten im Reliunterricht gehoert. Aber je aelter ich wurde, je mehr ich ueber die Institution Kirche und Religion lernte, desto mehr lehnte ich dieses Konstrukt ab. Und mit Gott als dem "Maskottchen" der institutionalisierten Religionen stand es dann ausser Frage, an ihn zu glauben. Ueberhaupt, heute regt mich auch total auf, dass Gott doch immer als "er" zitiert wird, dass "er" einen Sohn hatte und keine Tochter, etc.. Zu verweltlicht, das Bild vom lieben Gott. Und all dieser Kram von Suende und Hoelle...alles so schwer, so grau, so eng...

Und heute, bei den 4 grossen Weltreligionen Islam, Christentum, Judentum und Buddhismus, wird Gott und dessen Definition zu einem der wesentlichsten Unterscheidungsmerkmale zwischen den Menschen und stellt Moslems gegen Christen, Juden gegen Moslems, etc.. Das ist mir zu unglaublich!

Da glaub ich lieber an die Natur, und dass diese den Menschen schon ordentlich auf den Kopf hauen wird, wenn wir's zu doll treiben.

 

Antwort von Georg Girschek:

Sehr geehrte Frau Ahlers,
für Ihr Lob am Anfang Ihres Beitrags und für Ihren Beitrag selbst bedanke ich mich sehr und möchte Ihnen dazu einige Gedanken vortragen:
Sie finden die Gebote gut (aber nicht den Begriff "Gebot"): - Sie meinen – vermute ich - die 10 Gebote aus dem Alten Testament (Es gibt sie in sehr ähnlicher Weise übrigens auch im Islam, der historisch gesehen ja später als Judentum und Christentum entstanden ist, dort im Koran – obgleich nicht in so gebündelter, kompakter Form, sondern im Text verstreut).
"Gebot" klingt vielleicht sehr hart. Aber lassen Sie uns doch ein Beispiel nehmen. Im Alten Testament ist zu lesen: "Du sollst nicht morden!" Vorausgesetzt wird dort auch die Selbstverständlichkeit, daß "Mord" – das sagt schon das Wort - verwerflich ist (wer möchte schon gern ermordet werden?): Es gibt den sprachlichen Unterschied zum "Töten". Töten kann auch aus Notwehr geschehen. – Gleichwohl scheint der, der die 10 Gebote gegeben hat, es für notwenig gehalten zu haben, ausdrücklich auf das Verbot des Mordens hinzuweisen; ganz so selbstverständlich ist dieses Gebot, nicht zu morden, wohl doch nicht gewesen.
Daß es verboten sein soll, zu morden, ist heute für jedermann wohl einsichtig. Mord ist eine grauenhafte Tat – ich meine, da darf das Wort "Gebot" als autoritative Instanz, mit Hilfe derer Morden untersagt werden soll, ruhig hart klingen. Vielleicht hilft Ihnen, sehr geehrte Frau Ahlers, statt des Begriffs "Gebote" der Begriff "Regeln". Jeder muß sich an (zumindest an ein paar) Regeln im Zusammenleben mit anderen halten. Sonst wird das gesellschaftliche Leben ein Chaos – das ist jedenfalls meine Erfahrung.
Natürlich spricht unsere  Religion von Sünde und Hölle oder Gottesferne. Es gibt sündhaftes Verhalten (siehe den Mord) - oder nicht? Daß etwa ein Verbrecher wie Adolf Hitler, der unter anderem Millionen von Juden auf dem Gewissen hat, von einem guten Gott, an den wir glauben, einen "Persilschein" bekommt, also entschuldigt wird, kann man sich nur schwer vorstellen. – Aber Sünde und Gottesferne ist nicht das zentrale Thema unserer Religion. Sondern das zentrale Thema unserer Religion lautet: Es gibt einen guten, menschenfreundlichen Gott, der die Welt, die Natur und den Menschen geschaffen hat Er führt den Menschen nicht wie eine Marionette, sondern hat ihm Freiheit gegeben. Dieser Gott hat sich mit uns – mit unseren Fehlern, Schwächen und Ängsten – solidarisch erklärt, nämlich in Jesus Christus, der ein  menschliches Schicksal durchgemacht hat. Gott hat sich neben uns gestellt.
Es regt sie total auf, daß man glaubt, Gott sei männlich. Das kann ich gut nachvollziehen. Es ist eine Aufgabe der Theologie, über eine mögliche (falsche) Verweltlichung – wie Sie schreiben – der Vorstellung von Gott zu diskutieren. Doch wir sind Menschen, und wir haben menschliche Vorstellungen. Würde man Gott als eine weibliche Person betrachten, würden sich alle Männer aufregen. Die Lösung wäre vielleicht, sich Gott als ein Neutrum vorzustellen. Doch ein Neutrum, eine Sache, als Gott? - Aber zwei kleine Hinweise: Der "heilige Geist" ist im Hebräischen – aus dem unser Begriff "Heiliger Geist" abgeleitet ist – weiblich. Und es gibt im Alten Testament sehr schöne Stellen, die Gott wie eine Frau, besser: wie eine Mutter, beschreiben.
Nun wird meine Antwort doch länger, als ich es vorhatte. Doch ich muß Ihnen noch etwas zum Thema "Natur" vortragen, das erscheint mir wichtig. Ich darf ihnen eine Entwicklungslinie in der Religionsgeschichte beschreiben: Es gab (und gibt) religiöse Menschen, die an Mächte in der Natur glauben, so in den sog. Naturreligionen. Man glaubt(e) dort, daß in jedem Bach, in jedem Baum eine Art heiliger Macht wohnt – daß die ganze Natur nur so wimmelt von heiligen Mächten oder Gottheiten. In dieser Anschauung muß es unter den Gottheiten logischerweise Widersprüchlichekiten und Kompetenzüberschreitungen geben: In welchem Verhältnis steht die Gottheit des Flusses zum Gott oder zu der Göttin des Meeres, in das der Fluße einmündet? Und es gibt Rangstufen: Der Wettergott oder die Wettergöttin hat Macht über das Wasser, bzw. über die Wassergottheit usw. Wenn man von da aus weiterdenkt, kommt man zu der Frage: Wenn es eine Gottheit gibt, die auf dem obersten Rang sitzt, wozu sind dann die Gottheiten da, die auf den unteren Rängen sitzen? – So kann am Ende solcher Überlegungen der Glaube an nur einen Gott stehen.
Nun bitte ich Sie um Entschuldigung für meine sicher zu langen Ausführungen. Ich wünsche Ihnen alles Gute – und adieu!

Georg Girschek



Michi, 30

was ich auf ihrer seite vor allem vermisse ist das thema GOTT IST NICHT FüR ALLE MENSCHEN NöTIG. religion spendet vielen menschen kraft trost und energie. wenn ein mensch durch den glauben an einen gott oder zurch die zugehörigkeit einer religion halt im leben findet ist das eine wunderbare sache. nur trifft die nicht auf alle menschen zu. interessant wäre doch zu erfahren wo menschen halt finden die sich keiner religion zuordnen und auch nicht an einen gott glauben.
ich glaube fest daran dass wir selber für unser handeln verantwortlich sind. deshalb stärkt mich der glaube an mich und mein schaffen. in dem ich mir so ein umfeld schaffe das mich stützt und hält und ich stützen und halten kann finde ich die perspektive im leben.
dafür bin ich allein verantwortlich.
 



Bernhard Wilden, 19

1."Für Gott gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis"
a)Aber gewichtige Hinweise:Die Existenz der Welt und des Menschen; beides besitzt ja nicht nur eine mathematische Struktur,sondern ist auch wunderschön.Das gilt auch für die Liebe:es kann schon sein,daßman sie als chemische und elektrische Reaktionen im menschlichen Gehirn beschreiben kann.Aber das tut ihrer Bedeutung für den Mensch ja keinen Abbruch.
b)Für den christlichen Glauben,der in einem historischen Ereignis (Jesus Christus)verwurzelt ist und insofern nicht einfach aus der Luft gegriffen ist,ist das Ereignis der AUferstehung Jesu von zentraler Bedeutung.Eine empfehlenswerte Seite zur Historizität derAuferstehung ist folgende Seite: http://www.professorenforum.de/volumes/v01n02/artikel1/zoellerg.htm Man kann die Auferstehung natürlich immer noch leugnen,tut das aber wahrscheinlich aufgrund eines A-priori-Arguments,daß es keineübernatürlichen Sachen gibt und die Auferstehung Jesu folglich nicht stattgefunden haben kann.

2."Gott brauche ich nicht.Ich will kein realitätsferner Mensch sein, der den ganzen Tag nichts als beten tut und sich seinen Mitmenschen entfremdet"
Ja,da ist es wieder,dieses fast schon "klassische" Bild des "fanatischen" Gläubigen,der von seiner Umwelt total entfremdet lebt,keine Freunde hat usw.Ich schätze, daß von allen gläubigen Christen wahrscheinlich noch nicht einmal 1% diesem Typ zuzuordnen sind.Diese haben die christliche Botschaft mißverstanden;der Rest der gläubigen Christen weiß ganz genau,daß der Herr nicht die Entfremdung seiner Jünger von der Welt wünscht,sondern daß die Jünger Zeugnis von ihm,d.h. von der Liebe Gottes, in der Welt ablegen sollen und deswegen selber zu Liebenden werden sollen. Problematisch ist nur,daß manche Medien(allen voran der "Spiegel")die Tendenz haben,sich in ihrer Berichterstattung auf dieses 1% zu konzentrieren.

3."Die Kirche täte besser daran,bald den Zölibat aufzuheben,sonst steht es um ihr Weiterbestehen schlecht!"
Bei den Protestanten ist der Zölibat bereits aufgehoben,von Krisen sind sie indes nicht verschont geblieben. Was das Weiterbestehen der Kirche betrifft,so hat sie schon ganz andere Sachen überstanden.Es ist hierbei vielleicht interessant anzumerken, daß von der gesellschaftlichen Realität von z.B. vor 1000 Jahren(Könige, Reiche,Ideologien)nichts mehr übrig ist-nur die Kirche hat immer noch denselben Glauben und folgt demselben Herrn.

4."Von der Kirche sind jede Menge Verbrechen verübt worden: Kreuzzüge,Hexenverbrennungen,tolerieren des Nationalsozialismus usw."
Christen sind Menschen,und Menschen machen Fehler. Ein Wort zur Sache mit dem Nationalsozialismus:Pius XII. hat mehr Juden gerettet als jede andere Institution oder Einzelperson(über 800,000). Wenn die neutralen Staaten kooperiert hätten,dann hätte er alle retten können.Soviel zu dem Vorwurf,Pius XII. sei ein Antisemit gewesen. Übrigens ist dieser Vorwurf auch erst nach diesem Buch oder Theaterstück in den 60er Jahren aufgetaucht,davor galt Pius XII. als ein Symbol der Menschlichkeit in schlimmer Zeit.

5."Die Sache mit Galileo Galilei..."
..wird in einem Theaterstück in der Oberstufe des Gymnasiums behandelt, das aber keine historische Abhandlung ist,aber leider in der Regel als solche betrachtet wird.Fakt ist,daß einer der damaligen Päpste(mir fällt der Name nicht ein)Galileo sehr zugetan war und ihn von sich aus dazu aufgefordert hat,seine astronomische These in einem Buch zu veröffentlichen-aber nicht als unumstößliche Wahrheit(welche Wahrheit ist heute in der Wissenschaft "unumstößlich"?),sondern als These. Der historische Galileo(freilich nicht derjenige im Theaterstück) war gegenüber seinen wissenschaftlichen Kollegen nicht sehr kollegial. Widerstand erfuhr er hauptsächlich nicht von der Kirche,sondern von seinen weltlichen Kollegen,obwohl das im Theaterstück von Berthold Brecht anders dargestellt ist.

6."Gott kann es nicht geben,denn sonst würde er all das Leid nicht zulassen"
Dieser Gedanke ist wohl so alt wie die Menschheit.Im Alten Testament ist ihm ein ganzes (Unter-)Buch gewidmet,das Buch Ijob. Ijob muß viel Leid ertragen;seine Freunde sagen ihm,daß er sicher gesündigt hätte und dafür leiden müsse,doch Ijob ist sich keiner Sünde bewußt. Zum Schluß meldet sich Gott selbst zu Wort und gibt Ijob recht:Er leidet tatsächlich nicht,weil er gesündigt hat,doch warum er wirklich leiden muß,bleibt unklar. Im Neuen Testament ist die Frage ein gutes Stück vorangekommen,was eine der Revolutionen des Christlichen ist.Wir Christen bekennen Jesus Christus als Gottes Sohn und damit als Gott selbst.Jesus ist gekreuzigt worden.Das ist ungefähr so schlimm wie wenn ein Jude in Auschwitz vergast wurde,eine Frau vergewaltigt usw.Das heißt also,daß Gott nicht ganz hoch oben thront und sich nicht für die Welt interessieren würde,sondern er kennt das selber,und wenn wir leiden,dann dürfen wir ihn an unserer Seite und uns an seiner wissen. So gesagt,ist Leiden eigentlich keine Widerlegung,sondern eine Bestätigung der Existenz Gottes! Ein richtiger Grund für das Leiden ist damit aber immer noch nicht klar. Ein Versuch einer Antwort verweist darauf,daß Gott den Mensch für die Liebe geschaffen hat,Liebe aber nur echt ist,wenn sie freiwillig geschenkt und empfangen wird.Aufgrund dieser Freiheit kann die Liebe dann auch abgelehnt werden.Eine befriedigende Erklärung ist dies jedoch nicht. Man sieht daran,daß auch die Kirche nicht alles weiß und auch nicht vorgibt, alles zu wissen.

7."Die Kirche ist fundamentalistisch"
Die Bedeutung des Wortes "fundamentalistisch"ist so verschwommen, daß man auf diesen Vorwurf eigentlich gar nichts antworten kann. Sofern "fundamentalistisch"aber bedeutet,nicht in Pragmatismus (ein beschönigendes Wort für "Opportunismus")zu versinken und sich mit dem bloß Faktischen zufriedenzugeben,haben Sie recht: In diesem Sinn ist die Kirche tatsächlich fundamentalistisch. Denn Christus hat nicht gesagt:"Ich bin die Gewohnheit",sondern: "Ich bin die Wahrheit".

Für eine eingehendere Diskussion mit gläubigen Christen möchte ich auf die Seite http://www.kath.netverweisen,die ein umfangreiches Diskussionsforum hat.
 



Gregor

Ohne Gott leben, wie geht das? Es ist eigentlich ganz einfach.

Warum ist der Glaube an Gott eigentlich entstanden, der Glaube an etwas, dass den Anfang gemacht hat und das der Grund für viele nicht erklärbare Phänomene ist. Früher konnte man sich vieles nicht erklären, Krankheiten, Missernten usw. Die Menschen brauchten etwas, um ihre nicht beantworteten Fragen, die unerklärlichen Dinge, für sie "greifbarer" zu machen. Vor allem in schlechten Zeiten beteten sie Götter an, damit diese vorbei gingen. Und wenn es ihnen gut ging, aus welchen Gründen auch immer, dankten sie ihm und beteten, dass ihnen nicht Schlimmes widerfährt.

Heute ist die Wissenschaft sehr weit fortgeschritten und man ist dabei, all diese Fragen zu beantworten. Mechanismen des Lebens werden entschlüsselt, Naturgesetze beschreiben die Parameter nach denen sich alles richtet. Die Welt und was auf ihr passiert wird greifbarer, wird in Worte gefasst, wird verständlich. Sogar der Ursprung, das "wie" und "warum" wird bald geklärt sein. Das Geheimnis des Lebens wird gelüftet und dabei wird kein Gott entdeckt. Alles auf dieser Erde ist den Naturgesetzen folgend entstanden und logisch erklärbar. Hier ist kein Platz für Gott.

Heute, betrachten wir jetzt mal nur Deutschland, geht es uns doch sehr gut. Keiner ist in seiner Existenz bedroht. Selbst gescheiterte Menschen werden vom Staat versorgt und müssen nie Hunger leiden. Vielen Menschen ist es gar nicht bewusst, wie gut sie es haben und halten ihre Lebensumstände für selbstverständlich. Wenn es einem also an Nichts fehlt, wozu braucht man da einen Gott? Welche Funktion soll dieser Gott übernehmen, wenn man im Prinzip alles hat, was man sich wünschen kann: ein Dach über dem Kopf, genug zu Essen, einen Job, Freizeit, Hobbys, Freunde, Ziele, Träume, Liebe* Natürlich hat diese Dinge nicht jeder, der eine mehr oder weniger, aber in dieser egozentrischen Welt kommt kein Gott vor. Jeder ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, wo er sich doch um sein bloßes Überleben keine Sorgen machen muss.

Gott bedeutet auch Gemeinschaft. Früher traf man sich regelmäßig in der Kirche, betete und sang zusammen. Das Bedürfnis nach Gemeinschaft ist heute nach wie vor vorhanden, nur wird dieses Gemeinschaftsgefühl zunehmend nicht in der Kirche gesucht. Man hat die Familie, den Freundeskreis, die Schulclique, den Sportverein*; Gleichgesinnte sind einfacher zu finden in einer so gut vernetzten Welt.

Ich könnte noch sehr viel über dieses Thema schreiben, ich habe mir wohl schon öfter Gedanken über Gott und seine Existenz gemacht als mir bewusst war. Es gibt viele Gründe, warum Gott immer weniger wichtig wird, warum er ein "Auslaufmodell" ist.

Das ist meine Meinung zu dem Thema, und beantwortet natürlich nicht die Frage, die auf der kleinen Grünen Karte steht, die ich heute Abend nach dem Cafebesuch mitgenommen habe.

Ich finde diese Frage aber gut und berechtigt, und hoffe, dass sich noch mehr Menschen darüber Gedanken machen.

Mit freundlichen Grüßen,

Gregor :-)

Antwort von Werner Höbsch:

Guten Tag Gregor,
für Ihre Zusendung bedanke ich mich. Sie sehen den Glauben an Gott begründet in der Erfahrung des Mangels und des Unwissens, wenn ich Sie richtig verstehe. Und je mehr Menschen den Ablauf der Dinge erklären können, desto überflüssiger wird Gott. Ich glaube es war der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer, der einmal gesagt hat: Als die Menschen noch keinen Blitzableiter erfunden hatten, mussten Sie bei Gewitter um Hilfe zu Gott flehen. Nach Erfindung des Blitzableiters wurde dieses Gebet überflüssig. Aber, so Bonhoeffer weiter, wir sollen Gott nicht (nur) in diesen Bereichen des Mangels oder des Unerklärbaren suchen, sondern „mitten im Leben“. So verstehe ich auch die biblische Schöpfungsgeschichte, die nicht eine naturwissenschaftliche Erklärung des Anfangs der Welt bringen will, sondern die Grundaussage hat, dass Gott alles, was ist, ins Sein gerufen hat und dass das Leben gut ist. Zumindest soll es nach dem Willen Gottes gut sein. Die Naturwissenschaft und ihre Erkenntnisse stehen nicht im Gegensatz zum Glauben an Gott. Mein Glaube ist, dass sich die gesamte Welt mit ihren Gesetzen, den entdeckten und den noch nicht entdeckten Gott verdankt und dass das Sein nicht zufällig ist.
Aber, was mich noch interessiert und was noch offen ist: Glauben Sie an Gott? Vielleicht schreiben Sie noch einmal.

Werner Höbsch
 

 



Anonymus, männlich, 37

Wir können den lebendigen Gott und Schöpfer des Universums und des Menschen nicht finden, wenn wir nicht seinen Namen kennen und diesen bei der Anbetung auch benutzen. Jesus sagte, das wahre Christen um seines Namens Willen verfolgt würden und Gegenstand des Hasses aller Nationen sein werden in der Zeit des Endes. Nun was bedeuted dies? Jesus ist die Kurzform des hebräischen Namens Jehoshua und das bedeutet übersetzt "Jehova ist Rettung". Wenn man nun überlegt, dass das Mustergebet großen Nachdruck auf den Namen seines Vaters legt: "Vater, Dein Name werde geheiligt", kann man sich vorstellen, das die Benutzung des Eigennamens des Schöpfers sehr wichtig ist. Außerdem kann man die Welt nicht vollständig begreifen, wenn man Satan -eines der mächtigsten Geistgeschöpfe des Universum- wegleugnet. Wenn man nicht bereit ist grundlegende Dinge der Bibel zu akzeptieren wie zum Beisspiel in Offenbarung: Die ganze Welt liegt in der Macht dessen der böse ist..." wird man nicht alles verstehen können.

Übrigens: Der Name des Schöpfers hat auch eine bedeutung im Hebräischen: Jehova bedeutet - "Ich werde mich erweisen". Schöne Vorstellung, oder???



M. Thomanek

Ohne Gott kann man genauso gut leben wie mit ihm! Doch ohne zu glauben geht das nicht. Viele sind verwirrt und deshalb unsicher. Sollte man nicht zuerst überprpfen, was man wirklich glaubt?!
Ihr "Heiligen"!



Werner Höbsch

Antwort auf Manuela:

Sie haben Recht, wir sind sehr interessiert zu erfahren, wie Menschen, die von sich sagen, dass sie "Gott los" sind, die Frage nach Sinn und Orientierung in ihrem Leben beantworten. Oder lassen sie diese Frage offen. Dann wollen wir sehen, ob es möglich und erwünscht ist, in einen Dialog einzusteigen. Für uns als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche ist es wichtig zu wissen, warum sich Menschen von Gott abgewandt haben oder ob ob sie glauben, dass Gott sich von ihnen abgewandt hat.
Ein Dialog zwischen den Schreibern kann hergestellt werden, indem auf eine Zuschrift geantwortet wird. Diese Antwort stellen wir ebenfalls auf unserer Seite ein.
Das Projekt befindet sich noch am Anfang, Austausch und Foren zum Gespräch sind durchaus denkbar. Aber wir lassen uns selbst noch durch die Rückmeldungen überraschen.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Höbsch



Manuela, 30

Liebe Leute von "Ohne Gott",

ihr schreibt, ihr möchtet zum Dialog einladen. Zunächst bin ich positiv angetan von der Möglichkeit, dass Manschen euch schreiben können. Aber ich habe das Gefühl, ihr seid zwar interessiert an der Art und Weise, wie Menschen Sinn erleben, die nicht an Gott glauben. Aber ich vermisse eine Zielrichtung der Frage. Warum interessiert es euch eigentlich so? Was soll die Seite bringen? Hilfe von eurer Seite für die, die nicht an Gott glauben können? Oder eine Sammlung von Sätzen, damit die Einzelnen merken, dass sie mit ihrem "Ohne Gott Sein" nicht alleine sind? Ich würde es begrüßen, wenn es nicht nur mit euch die Möglichkeit gäbe in Kontakt und Austausch zu kommen, wenn ein Dialog auch zwischen den Schreibern stattfinden würde.



C., weiblich, 36

"Wenn Du einen IQ über 100 hast, gibt´s keinen Gott!" - Filmzitat aus ´Das Kuckucksei´ ... Rede des stillen Betrachters zu einer Schönheit im tiefen Schlaf ...

Mit den besten Grüssen, C.



Jürgen, 49

Hallo Herr Brockner,

die Möglichkeit zu einem spannenden Dialog zwischen konträr Diskutierenden via Internet ... und das auf den Seiten eines Erzbistums ... ist erstaunlich ... und möchte ich nutzen. Sie haben geschrieben:

>Für mich existiert Gott nicht, obgleich ich nicht behaupten würde, dass er nicht existiert; die Frage nach seiner wirklichen Existenz ist für mich eine sinnlose Frage, weil nicht sinnvoll entscheidbar.

Religion als Schulfach hat mich immer gelangweilt. Mathematik war meine Stärke, weil da immer alles "bewiesen" werden konnte. Der Beweis der Existenz Gottes ... wohl ein unmögliches Unterfangen, weil hier Dinge ins Spiel kommen, die wir nicht fassen. Wie von Ihnen bereits geschrieben: ... nicht sinnvoll entscheidbar. Wer von uns begreift denn schon, was Unendlichkeit bedeutet?

>... religiös unmusikalisch ...

Meine Sichtweise wäre analog: ... religiös unmathematisch.

Das einzig mathematisch "Reizvolle" am Christentum ist die Idee eines ewigen Lebens. Ein phantastischer Gedanke, den bereits die alten Ägypter kannten. Wenn ich wetten müsste, würde ich mit Blaise Pascal (französischer Philosoph und Mathematiker) auf Gott setzen! Einsatz: Ein Leben. Gewinnchance: Unendlich viele Leben. Hier steht einem begrenzten Einsatz ein unbegrenzter Gewinn gegenüber. Die Gewinn- und Verlust-Rechnung spricht für Gott.

Ist Gott berechenbar?



Gerd, 51

Als Kind habe ich mir Gott als jemanden vorgestellt, der in seinem Hobbykeller eine Modelleisenbahn steuert und darauf achtet, dass keine Züge entgleisen. Also wir Menschen als Versuchsmodell ... mit der Aussicht eines Tages aus der beschränkten Modellwelt in die höhere Ebene der realen Gotteswelt wechseln zu können (im christlichen Sprachgebrauch: Erlösung). Neben seinem Hobbykeller könnte Gott uns auch die anderen Räume seines Hauses zeigen, seine Straße, seinen Ort, seinen Planeten, sein Universum, ... Vielleicht ist auch er nur ein Modell?

Gibt es eine Erlösung aus unserer räumlichen und zeitlichen Beschränktheit?



Dietmar Saxler, 30

Liebe Leute von "Ohne Gott"

Als ich per Zufall Eure Karte in die Hand bekam- es war auf dem Weg zu den Toiletten im Gloria - war ich erst mal sehr positiv überrascht davon. Eine Karte für junge Leute, die mich ähnlich anspricht wie ein Flyer aus der Partyszene, und das auch noch von katholischer Kirche ? Genial, dachte ich bei mir und steckte die Karte direkt in die Jackentasche, damit ich auch nicht die Internetadresse vergesse. Aber :
Leider finde ich Eure Seite zu negativ !Wo sind denn die ganzen positiven Erfahrungen der Menschen, die auf Eure Frage mit einem überzeugten "NEIN" antworten ?
Es wäre toll, wenn Ihr eine Rubrik macht, in der man seine Erfahrungen austauschen kann, wie toll es ist, zu antworten, "Ich brauche Gott" oder "Mein Leben hat ohne Gott keinen Sinn"


Stanislaw Jerzy Lec

"Ein wahrer Gläubiger setzt sich aus Fragen zusammen, ein wahrer Gott aus Antworten."



Anonymus, männlich, 21

wie das geht fragt ihr . Ich bin ohne Glauben aufgewachsen und habe ihn nie vermisst. Nur ein wenig Aberglaube ,aber das hilft nicht wirklich. Es fehlt nichts und ich versuche ohne grosse Leitfäden durch das Leben zufinden . Jeder Erfolg ist immer mein Erfolg ,anfangs auch der meiner Eltern. Ich habe vorgelebt bekommen wie ich das Leben meistern kann. Nichts ist 100% - ig falsch oder richtig.
Nein man muss von sich ausgehen alles um sich erkunden und bauen .
Andere Lebewesen ,sowie Gegenstände dienen zur groben Standortbestimmung inder Welt und im Leben.

Gott gibt es ihn oder nicht? Dieses ist mir egal mein Ankerplatz , mein Hafen ist die Familie und die Heimat.

Leider kenne ich genug Leute die sich hinter ihrem Gott verstecken .
Einmal war ich richtig sauer beim Bund und zwar darauf das es die Kirche gibt. Ich musste zum Gottesdienst. Niewieder sowas!!!!

Warum schreibe ich ,weil es schön ist das Menschen die an Gott glauben auch mal uns fragen und auf uns zukommen. Denn egal ob gläubig oder nicht an erster Stelle der Mensch.

Ulf-H. Brockner, 53

Ohne Gott leben. So geht das

Gott existiert nicht. So scheint es mir zumindest bei einer Vielheit von Menschen in ihrem Alltagsleben zu sein. Dennoch beantworten sie die Frage, ob sie an Gott glauben würden, in der Regel mit Ja. Für mich existiert Gott nicht, obgleich ich nicht behaupten würde, dass er nicht existiert; die Frage nach seiner wirklichen Existenz ist für mich eine sinnlose Frage, weil nicht sinnvoll entscheidbar. Dennoch erhebe ich mich nicht über Menschen und bedaure ich auch Menschen nicht, die an Gott glauben, weil sie eine existenziell tiefe Erfahrung gemacht haben und für sich damit eine Beziehung zu Gott hergestellt haben.

Warum schreibe ich, als nicht Glaubender, auf einer Webseite, die von Mitarbeitern der katholischen(?) Kirche eingerichtet wurde? Seit gut drei Jahren beschäftige ich mich (privatessayistisch) mit Fragen der Religionen, Fragestellungen, die sich immer mehr dahin ausgeweitet haben: Wie orientieren Menschen sich in ihrem Leben und schöpfen für sich Hoffnung, widerstehen der Angst? Also auch Fragen, die Sie auf Ihrer Homepage aufgeworfen haben. Wie bin ich dazu gekommen? Nach einer kurzen Phase in meiner Jugend, einer Zeit als ich mich aus freien Stücken taufen und konfirmieren ließ, basierten meine Überzeugungen im Atheismus. Zum Ende meines vierten Lebensjahrzehnts fielen mir Fragen der Religion wieder in den Schoß, Fragen, die sich nicht mehr aus einer Position der Wahrheit stellten. (Dennoch bin ich nicht der postmodernen Phrase des Anything goes verfallen). Ich wollte wissen, was unterscheidet mich von den vielen anderen Menschen, die einen Gottesglauben haben, was haben sie mir voraus? Ich habe meinen Freunden ehrliche Fragen gestellt und bin noch immer mit ihnen im Dialog. Ich habe vieles gelesen. Ich habe gelernt, mich in den Glauben meiner Gegenüber hineinzufinden und gelernt, ihnen ihren Glauben zu glauben. Bin jedoch dabei weiterhin religiös (und esoterisch) unmusikalisch geblieben; Außer, dass ich mich nicht mehr als Atheist begreife, sondern als nicht gläubig, denn die Wahrheit, dass Gott nicht existiert, kann ich nicht mehr teilen. Atheismus obgleich kein reservierter Begriff empfinde ich als Fundamentalismus der Nicht-Gläubigen.

(Meinen Eingangsgedanken wieder aufgreifend: Auch wenn ich von mir gesagt habe, dass ich mich als religiös unmusikalisch begreife, habe ich den Eindruck, dass eine Vielheit von Menschen ebenfalls religiös unmusikalisch sind, obgleich sie über sich sagen, dass sie an Gott glauben da fühle ich eine gewisse Musikalität in mir aufkeimen.)

Aufgrund meiner wissenschaftlichen Ausbildung kann ich Einiges darüber kommentieren, wie Menschen über Gott sprechen; doch gerade wegen dieser wissenschaftlichen Kompetenz kann ich nichts über die Existenz oder Nicht-Existenz eines Gottes aussagen. Die Methoden der Wissenschaft halten genau dieses nicht parat. Ich bin auch nicht so unwissenschaftlich wissenschaftsgläubig, das ich meinen würde, die Wissenschaften hätten bald die wesentlichen Fragen gelöst. Trotz des exponentiell zunehmenden nur noch schwer übergreifbaren wissenschaftlichen Know-hows meine ich, dass auch in tausend Jahren, die Wissenschaften nur einen Hauch ermessen haben werden. Für mich scheidet sich die Welt in einen kleinen Bereich des Bekannten (durch wissenschaftliche und alltägliche Verfügung und Manipulation) und einen Riesenraum des Unbekannten, über dessen Innen ich keine Aussage machen kann. Religionen versuchen meines Erachtens mit einem Teil ihrer Aktivität diesen Innenraum zu bevölkern.

Ich leide an einer schweren, voraussichtlich nicht heilbaren Krankheit, an der ich vermutlich sterben werde. Ich lebe allein, ohne Familie, ohne eine liebende Partnerin. Ein paar Gründe, um zu verzweifeln. Ob ich gegen Verzweifelung und Angst gefeit bin, weis ich nicht. Wie kann man da Hoffnung schöpfen? Ich weis es nicht. Ich bin glücklich. Ich kann mich in Arbeit, aber auch nur in mich selbst versenken, einfach nur kontemplieren, schweigen und schauen. Ich habe ein Hoffnungsgefühl, dass in mir wurzelt; vielleicht gibt es Menschen, die darin Gott fühlen, ich fühle es nicht. Ich vertraue darauf, dass es mir weiter gut gehen wird und ich weiß, dass ich morgen auch im Rollstuhl landen kann, ich habe ein positives Lebensgefühl, obgleich ich mir bewusst bin, dass mich der Tod möglicherweise nicht hinterrücks, sondern frontal mit schweren Schmerzen befallen wird; was dann mit mir ist, weis ich nicht; was ich allerdings weis, ich kann dem nicht ausweichen, außer ich kann es lindern, indem ich auf meine Lebensführung achte.

Die Frage, warum ich auf Ihren Internetseiten schreibe, habe ich noch nicht vollständig beantwortet; das werde ich auch nicht können, ich versuche dem aber etwas näher zu kommen: Ich finde es einfach spannend, Ihr Dialogangebot aufzugreifen und bin dafür offen. Wie das gehen kann, darüber hätte ich (und über das, was ich geschrieben habe) eine Rückmeldung. Vielleicht kann man ja auch mal einen Gesprächskreis oder Seminarprojekt machen, mit dem Ziel gegenseitigen Verständnisses, quasi eine Ökumene zwischen Gläubigen und Nicht-Gläubigen, ohne sich gegenseitig missionieren zu wollen.

Mit herzlichen Grüßen

Ulf-Heinrich Brockner

Emire Alkhalaf, 35

Beitrag: Von zu Hause aus bin ich ohne Religion aufgewachsen, weil meine Mutter enttäuscht von der katholischen Kirche ist, und mein Vater nicht praktizierender Moslem ist. Sein Motte ist, Gott ist für alle da, egal wie er heißt. Im Laufe meines Lebens bin ich Gott begegnet, in dem er mir mein Leben nach einem Selbstmordversuch gerettet hat, später machte ich eine Umschulung in Michaelshoven, Träger ist die evangelische Kirche, mein Glaube wuchs immer mehr, vor ein paar Jahren fand ich den Ort, wo ich mich Zuhause und bei Gott fühle, das ist das Café Schaufenster in Bonn, dort arbeite ich ehrenamtlich mit und bin täglich dort um meine Freunde und Bekannte zu treffen. An der Theke entstehen Kontakte und Diskussionen. Ich fühle mich sehr heimisch dort. Dieser Ort meiner Gemeinde soll jetzt geschlossen werden, weil es kein Geld gibt für solche Leute, die ihren Glauben anders leben, als in die Kirche zu gehen. Ich kann es nicht verstehen, warum die katholische und evangelische Kirche, vielleicht auch mit dem Frauenzentrum sich zusammentut, und ein gemeinsames Café gründet. Glaube verbindet und baut Brücken.

Durch die Schließung meines Kirchenraums, schließt sich auch die Hoffnung an die Kirche neue Wege zu gehen, um Menschen wie mich zu erreichen, ich hoffe neue Räume zu entdecken.

Tina, 21

Beitrag: Ich finde es traurig, wenn jemand nicht an Gott glaubt, bzw. an garnichts glaubt !
Es ist wichtig, dass man an etwas glaubt !
ich selbst habe lange Zeit nicht an Gott geglaubt aber ich weiß das es eine "höhere Kraft" gibt die uns leitet und beschützt !Suche Menschen mit denen man reden und Gedanken austauschen kann !
Über E-Mails würde ich mich freuen !

Bis dahin TINA 



Wolfram, 45

@Tina, 21

> ich selbst habe lange Zeit nicht an Gott geglaubt...
Tina, Du schreibst mit 21, als wenn Du schon Großmutter wärst. *gg*
Oh, höre nun *MEINE* Verkündung! ;-) Wahrlich, ich sage Dir, ich bin mehr als doppelt so alt wie Du und stieg - kurz bevor ich selber Dein jetziges Alter erreichte - aus diesem Psycho-Zirkus aus... Das also ward zu jener Zeit, als Dr. Alfred Dre(cki)gger Landpfleger der Christenunion im schönen Hessenlande war. Gebrauchen wir mal "notgedrungen" 'ne christliche Koordinate: 1977 ist's passiert!

>...aber ich weiß das es eine "höhere Kraft" gibt die uns leitet und beschützt !Dieses Wissen, Tina, was Du jetzt "glaubst" zu haben, kann in Deinem weiteren Leben sich (erneut) anders darstellen, sich relativieren - Du könntest es ggf. eines schönen Tages auch über Dich selber staunend negieren. Du hast ca. 75% Deines Lebens noch vor Dir, oder? Was gibt Dir diese unerschütterliche Gewissheit, dass Du hier und jetzt richtig liegt und die 35jährige Tina ggf. sich einmal schwerwiegend irren wird/könnte?
Deine Worte sprechen in gewisser Weise für ein sog. "Schlüsselerlebnis", was Dir vor relativ kurzer Zeit wiederfahren ist. Schlimmstenfalls ist's der viel zu frühe Tod eines Elternteils oder eine lebensbedrohliche Erkrankung, die Du zunächst mal überwunden hast. Doch auch so etwas würde in Deinem Leben als 30jährige einfach keine großartige Geige mehr spielen - man fühlt sich noch nicht einmal im Wochenrhythmus an so etwas erinnert, denn: Du lebst Dein eigenes Leben! Und das ist (?) / wäre (?) auch gut so. Und wenn's gar nur unglückliche Liebe war, dann weißt Du in 10 Jahren noch nicht einmal den Namen der betreffenden Person ohne vorheriges kurzes Erinnern zu nennen!
Tja, nun schreibe ich selber, als wäre ich Dein Opa. LOL
Du siehst, es ist nicht so einfach mit den Erfahrungen, die ein Mensch macht, wenn er/sie seinen/ihren Denkkasten mal nicht fremdbestimmt benutzt. Einstellungsprofile ändern sich gaaaanz schleichend mit dem Alter. Ich bekomme das partiell auch schon an mir selber zu spüren, obwohl ich erst drei Fünftel meiner Lebenserwartung verbraucht habe. Z.B. lässt mittlerweile der Elan ein wenig zu wünschen übrig, und wenn Du gerade vieeeeel von Deiner juvenilen Kraft in die Kirche reinpumpen solltest, dann kann's schon sein, dass Du mit 28 daran überhaupt kein Interesse mehr hast und Dein Engagement dann verglüht sein wird wie ein uralter Komet...
Es ist nicht immer so, dass die religiös-weltanschauliche Basis Deines Denkens mit 20 bereits schon voll auszementiert und durchgehärtet ist..
Wenn Du irgendwann mal ein Schlüsselerlebnis hast, dass Dich mit Deinem heutigen "Wissen" schier (ver)zweifeln lässt, so hoffe ich, dass Du Dich an mich erinnerst. Denn, dieses Erinnern könnte Dir einiges leichter machen. Von den Pfaffen würdest Du in einer solchen Situation weder Trost noch sinnvolle Beratung erfahren. Alles, was Du dann zu hören bekämst, wäre mühsam kaschierte Agitation mit dem fast alleinigen Zweck der Re-Missionierung!

> Suche Menschen mit denen man reden und Gedanken austauschen kann !
Da bin ich leider eher die falsche Person, denn ich möchte meine mir zur Verfügung stehende Zeit eigentlich nicht dafür verschwenden, Gläubige zu "missionieren". Wenn Du damit soooo glücklich bist, dann ist Du's eben - Glückwunsch 4U für hier und heute! Mehr kann ich Dir dafür nicht aussprechen...
Ich schreibe dieses aber durchaus auch, um auszuloten, ob die Toleranz, die sich die Site-Betreiber vielleicht aus taktisch-strategischen Gründen selber auferlegen (wollen), hinreicht, um *DAS* hier nicht alles schnöde und stumpfweg wieder zu löschen.

Doch gemach, es ist eh alles extern gespeichert und würde weiter gegen sie verwendet werden. ;-) Im Gegensatz zu vielen Pfaffen spiele ich also hier mit absolut offen Karten und überlasse auch noch ihnen die Entscheidung, wie's denn hier weitergehen soll: mit durchaus streitbarem Diskurs oder mit dem publizistischen Outing (wozu ich durchaus über eingeschränkte, aber nicht in Gänze wirkungslose Möglichkeiten verfüge!) dieser Site als Schein-Angebot...
Aber: die strukturellen Benachteiligungen derjenigen zu bekämpfen, die sich hierzulande entschieden haben, konfessionslos zu leben - mittlerweile ca. ein Drittel der deutschen Bevölkerung - ist mir eigentlich wichtiger, als nun gerade *DICH* zum Zweifeln zu bringen.
Nachteile gibt es für uns Konfessionslose in Bezug auf die freie Wahl des Arbeitsplatzes (der Chef nimmt über die Lohnsteuerkarte von Deiner (Nicht-)Kirchenzugehörigkeit Kenntnis; gewisse Berufe lassen sich in gewissen Regionen ohne Kirchenmitgliedschaft de facto gar nicht erst ausüben) und das Angebots an Versorgung ohne religiöse Indoktrination und Infiltration (Kinderkrippen, -gärten, -horte, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Hospize für den Spätwinter des Daseins) ist echt mager.
Die Kirchen erhalten mehr als 90% ihres finanziellen Einsatzes dafür von staatlichen Stellen oder den Krankenkassen zurück. Diese Leistungen können auch freie Träger für sich beanspruchen, doch die kratzen fast nie das nötige Eigenkapital für die Anschubfinanzierung zusammen, dieweil z.B. die katholische Kirche - die "Gastgeberin" dieser interessanten Web-Plattform ist - dafür auch die Zinseszinsen des konfessierten Vermögens von vor Jahrhunderten bei lebendigem Leibe verbrannter "Ketzer" und "Hexen" einzusetzen weiß und Kredite ohne Ende über ein eigenes Bankengeflecht stellen kann.
Der Papst rief letztes Jahr zu allgemeiner "Selbstkritik" etc. pp. bzgl. einiger "Fehltritte" der Vergangenheit auf. Die heutigen Verbrechen unter dem Dach der katholischen Kirche ließ er dabei auf sich beruhen. Heraus kam nur eine Art "Fürbitte" für die Seelen jener Henkersknechte, die das alles mal ganz früher namens der Kirche "geleistet" haben - das blieb also katholen-intern und betrifft mich nicht die Bohne. Ein Gesuch aber um Verzeihung an die Nachfahren der Opfer (es gibt ja auch welche aus der Zeit des 2. Weltkriegs auf dem Balkan, als Rom mit den Faschisten gemeinsame Sache machte und es ragen jüngere Schandtaten durchaus noch bis in die Jetztzeit rein) kamen dem störrischen Greis natürlich nicht über die Lippen! Schau Dir an, wie er sich öffentlich zum Horst macht und Du erblickst die menschenverachtende Ideologie, die ihn umtreibt und ihn gar selber auch noch zwingt, den öffentlichen Untoten abzugeben... Rücktritt? Nein! - nie, dann lieber Auto-Gehirnwäsche und ggf. als Genuss das Einatmen von psychedelisch wirkenden Weihrauchdämpfen als Reminiszenz an das welkende irdische Dasein!

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Doch JP II ist eh "verloren" (sprich: *DER* ändert sich nun wirklich nicht mehr, denn wer mag schon zugeben, ein Dreivierteljahrhundert am Stück nur Mist gebaut zu haben? *gg*) - also zurück zu den ach so unmenschlich humanitären und sozialen Einrichtungen bei uns in Deutschland:
Zudem beuten die Kirchen die Mitarbeiter in ihren Einrichtungen (die ja dem Vernehmen nach diese Site initiiert haben) schamlos aus, in dem diesen noch nicht einmal gewerkschaftliche Rechte zugestanden werden. Auch dürfen sie keinen Betriebsrat bilden, sondern nur eine Farce à la Mitarbeiter/inn/en-Vertretung. Dem "Vergelt's Gott" haben freie Träger nicht so arg viel entgegenzusetzen - sie krepieren in der Regel in/an der Kostenfalle.
Die Kirchen betreiben mit ihren ach so sozialen Einrichtungen in aller Regel kein Preisdumping (es wird abgegriffen an Staatsknete, was nur irgend möglich ist), wohl aber ein Lohndumping! Ihre Bischöfe werden noc h nicht einmal von dem - in einen angeblich säkularisiertem Staate wie d em unsrigen durchaus ungewöhnlichen - Kirchensteueraufkommen bezahlt, sondern direkt aus dem Staatssäckel.

> Über E-Mails würde ich mich freuen !
Ich habe mit 20 "endlich" erkannt, dass zeitliche und nervliche Investitionen in den Religionsbluff sich für mich nicht lohnen. Schwein gehabt - es war vor der Zeit, wo ich dem o.g. Verschleiß auch noch finanzielle Einsätze z.B. zum Wohle der Tarnung und der Verdunklung irgendwelcher zölibatären Kinderschänder folgen lassen konnte!
Ich lebe glücklicher ohne diesen Moralhammer, der mich im zarten Alter von 13 Jahren noch zweifeln ließ, ob es wohl rechtens wäre, sich ausgerechnet auch am Karfreitag dem jugendlichen Vergnügen der Masturbation hinzugeben. Beim Bewusstsein darüber, dass der Karfreitag ein sehr beweglicher Feiertag ist, kann das nur als völliger Humbug rüberkommen - Sexverbot zwischen dem 21. März und dem 22. April wg. des unklaren Todes eines Gurus? Schon mal dran gedacht, dass Jesus - so er denn überhaupt als Individuum existent und nicht ein literarisches Konglomerat war - nur scheintot war? Dieses Szenario erklärt vieles, ohne dabei gleich in arrogantester Weise alle Zeitzeugen als Betrüger oder Halbidioten zu klassifizieren...
Zudem muss ich so nicht die moralische Mitverantwortung für die gesam(mel)ten religiös indizierten Gemetzel der letzten Jahre (Nordirland, Ex-Jugoslawien, Israel-Palästina, Indonesien, Philippinen, Sudan, etc. pp. und nicht zu vergessen den 11. September 2001!) mittragen. Ich habe Freiraum dafür, die Gemetzel sich mehr oder minder religionsfeindlich gebender Diktaturen des - zumeist - letzten Jahrhunderts (insbesondere: Nazis und Bolschewisten) auf ihren Gehalt an para-religiösen Ersatzhandlungen und Riten abzuklopfen und bemerke wirklich grauenvolle Parallen, wenn nicht schon Kongruenzen!
Deren Folgen zu bekämpfen reizt das Quantum an Zeit, dass ich bereit bin, ehrenamtlich "für die Allgemeinheit" zu leisten, voll aus. Und nur ganz wenig von meiner Zeit ist es nicht, die ich dafür einsetze...

> Bis dahin TINA
Wie sagt man noch "bei uns"?:

1 schönes Leben noch. Beste Grüße sendet Dir,
Wolfram !

P.S.. an die katholenmäßigen Site-Betreiber: Re-Missionierungsversuche sind bei mir völlig fruchtlos. Denn: ich *WAR* evangelisch-lutherisch. Für euren Laden aber habe ich schon immer nichts anderes als 'ne Mischung aus purer Verachtung und humanistischem Bedauern (gegenüber "einzelnen dummen Schäfchen") übrig gehabt!

BTW: Wie klassifizierte der Nestor aller Kirchenkritiker, Dr. Karlheinz Deschner, die katholische Kirche noch? Als "die größte Verbrecherorganisation der Menschheitsgeschichte!" Starke Worte - nur konnte der Beweis des Gegenteils nicht angetreten werden: Das Strafverfahren gegen ihn nach §166 StGB (Gotteslästerungparagraph) wurde eingestellt...

Gottlose, aber schöne Grüße,
Wolfram !

Anonym, männlich, 18

Irgendwie fällt mir auf, dass zwar viele Leute hier fleißig die Kirche kritisieren, aber vergessen, dass es hier ja nicht um die Kirche sondern um Gott und Glauben geht. Nur weil man die Kirche nicht mag (als Institution) muss man sich nicht gleich von Gott abwenden.
Der Standardvorwurf der Atheisten, dass Gott dies und jenes zulässt, bleibt meiner Meinung auch sehr an der Oberfläche. Hier haben die meisten Theologen längst die Antwort gefunden, dass das Leid im freien Willen der Menschen liegt. Natürlich ist das auch keine endgültige Antwort, aber es entkräftet doch diesen Vorwurf erheblich.
Dass die Kirche sich schuldig gemacht hat steht ja sowieso außer Frage, aber die Kirche leugnet es ja (mittlerweile) auch garnicht mehr! Sie ist eine von Menschen geleitete Organisation und kann daher nur fehlerhaft sein.
Niemand sagt ja auch, dass Atheisten die "schlechteren" Menschen sind. Denn auch wenn man es selbst oft nicht wahrhaben will LEBT man ja nach den christlichen Grundsätzen der Nächstenliebe und der 10 Gebote. Denn auch Atheisten dürften einsehen, dass "Du sollst nicht töten" irgendwo schon Sinn macht. Ob es jetzt von Gott gesagt wurde oder einer Idee von Menschen entstammt. Das kann man eh nicht genau sagen.
Im Grunde muss das jeder selbst für sich wissen.